Corgi feiert 70 Jahre Die-Cast-Geschichte von der Insel in 1:43

Andreas A. Berse

 · 10.01.2026

Corgi feiert 70 Jahre Die-Cast-Geschichte von der Insel in 1:43
Ab 1956 rollten die ersten Corgi-Modellautos aus der damals noch blauen Box. Hier ist der Hillman Husky mit der Bestellnummer 206 als 1:43-Modell aus Die Cast zu sehen. ] Foto: Corgi

Die britische Die-Cast-Legende Corgi blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: 1956 gestartet, revolutionierte die Marke mit dem James Bond Aston Martin DB5 die Spielzeugwelt und überstand mehrere Eigentümerwechsel bis zur heutigen Hornby-Ära.

Jede Modellautomarke braucht eine Ikone. Bei Corgi übernimmt diese Funktion des Aston Martin DB5 aus Goldfinger mit seinen 007-Gimmicks aus den Sechzigern. ] Foto: Corgi

Das war definitiv keine geplante Erfolgsgeschichte! Was 1932 als deutsche Emigranten-Idee begann, entwickelte sich zur britischen Die-Cast-Legende schlechthin. Philip Ullmann floh aus Deutschland und gründete Mettoy – ohne zu ahnen, dass er damit den Grundstein für eine der bekanntesten Modellauto-Marken der Welt legte.

Die Gründer ließen sich Zeit mit der Namensfindung. Aus sage und schreibe 70 verschiedenen Vorschlägen wählten sie 1955 ausgerechnet "Corgi" – nach dem walisischen Hund. Drei Gründe sprachen dafür: kurz und einprägsam, Produktion in Swansea und die royale Verbindung zur Königsfamilie. Am 9. Juli 1956 war es dann soweit: Die ersten Corgi-Modelle rollten aus der Fabrik.

Die goldenen Sechziger

Hier wird Spielzeuggeschichte geschrieben! 1964 brachten die Briten den Aston Martin DB5 aus "Goldfinger" heraus – komplett mit ausfahrbaren Maschinengewehren, Panzerglas-Heckscheibe und funktionierendem Schleudersitz. Das kernige Bond-Mobil wurde zum meistverkauften Die-Cast-Spielzeugauto aller Zeiten. Parallel führte Corgi 1962 erstmals Kunststoff-Innenräume ein, beginnend mit dem Thames Airborne Wohnwagen.

Die Konkurrenz schlief nicht: Dinky Toys von Meccano und später Matchbox setzten die Briten unter Druck. 1970 konterten sie mit den "Whizzwheels" – reibungsarmen Rädern gegen Mattels Hot Wheels. Ein Jahr später verstarb Firmengründer Ullmann, doch die Marke lief munter weiter.

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Wechselhafte Zeiten

Die Achtziger brachten technische Innovationen: Elektrostatische Lackierung und Tampondruck ersetzten die Aufkleber. 1989 folgte der Schock – Mattel übernahm Corgi und besaß zeitweise die Rechte an Corgi, Dinky und Matchbox gleichzeitig. 1990 wanderte die Produktion nach China ab.

1995 kam die Wende: Corgi gewann als "Corgi Classics Limited" seine Unabhängigkeit zurück und siedelte nach Leicester um. 1999 übernahm Zindart International die Marke und expandierte kräftig. Die Aviation Archive-Flugzeuge und Original Omnibus-Busse im Maßstab 1:76 entstanden als neue Standbeine in dieser Zeit.

Die Hornby-Ära

2008 holte Hornby Hobbies die Die-Cast-Legende für 8,3 Millionen Pfund ins Portfolio – neben Scalextric und Airfix. Seitdem entstehen regelmäßig neue Lizenz-Kooperationen: Batman, Harry Potter, Star Trek und natürlich weiterhin James Bond.

Die Zwanziger brachten technische Raffinessen: LiDAR-Scanning für millimetergenaue Vorlagen und 2022 sogar das erste Motorrad im Maßstab 1:12 – die Triumph Scrambler aus "Keine Zeit zu sterben". 2021 legten die Briten den legendären DB5 in originalgetreuer Retro-Verpackung neu auf.

Heute produziert Corgi von Flugzeugen über Busse bis zu Chunkies für Kleinkinder alles, was Sammlerherzen höher schlagen lässt. Die Marke überlebte Kriege, Krisen und Eigentümerwechsel – und bleibt eine feste Größe in der Die-Cast-Welt.

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