SAMMELNPorsche 911 RS 3.0 IROC von Werk83 in 1:18 – Born for the USA

Andreas A. Berse

 · 20.07.2023

SAMMELN: Porsche 911 RS 3.0 IROC von Werk83 in 1:18 – Born for the USAFoto: Werk
Der IROC-Elfer ist Kult. Werk83 baut die bunten Hunde jetzt in 1:18 nach und erinnert an eine geniale Idee für eine medienwirksame Rennserie der Siebziger.
Das Starterfeld der Rennboliden aus der IROC 1973/74 und...
Foto: Werk

Die Amis können einfach Show!
1973 hatte Teamchef Roger Penske eine coole Idee für den Motorsport in den Vereinigten Staaten und eroberte damit die Herzen der Fans. Er gründete damals zusammen mit Les Richter vom Raceway im kalifornischen Riverside das „International Race of Champions“, kurz IROC. Die Idee dahinter war so einfach wie brillant: Die besten Fahrer der Welt aus Formel 1, NASCAR, Indy 500, Can-Am, Stock Car und Le Mans sollten gegeneinander antreten – in der allerersten Saison auf schrillbunt lackierten Porsche 911 RS 3.0. Die bunten Regenbogenfarben hatten sich die Macher übrigens ausgedacht, weil in den Staaten gerade das Farbfernsehen aufkam und immer mehr Haushalte erreichte. Die IROC-Idee wurde bei ihrem Debüt 1973/1974 zu einem Riesenerfolg. Zwölf Fahrer gingen in dieser Saison auf den verschiedenen Renn-Elfern an den Start. Drei der 15 Elfer waren also Ersatzfahrzeuge, zum Aufstocken des Feldes nach eventuellen Unfällen. Mark Donohue gewann 1973/74 drei von vier Rennen und holte sich so überlegen den Titel, wurde erster Champ des Wettbewerbs überhaupt.

Für Porsche eröffnete die Rennserie in den USA ganz neue Perspektiven für den Einsatz seiner Fahrzeuge in US-Rennen bei Privatfahrern und den Teams. Das wirkte wie ein Marketing-Turbo für die Zuffenhausener. Später fuhren in der IROC dann allerdings nur noch US-Boliden, die aber nie wieder den Kultstatus der legendären Porsche 911 erreichten. Die Saison mit den Renngeräten aus Zuffenhausen blieb mit ihrem Erfolg einmalig, und deshalb sind die Fahrzeuge, die damals bewegt wurden, heute noch echte Ikonen. Das Debütjahr markierte den Höhepunkt. Da die Wagen immer wieder zwischen den Rennen getauscht wurden, fuhren die Piloten teilweise in unterschiedlichen Farben ihre IROC-Carrera. Der Tausch hatte System. Der Fahrer sollte der entscheidende Faktor sein, nicht sein Auto.

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Die ersten beiden Rennen fanden 1973 im Oktober in Riverside statt, die zwei finalen Läufe dann im Februar 1974 in Daytona. Alle der damals eingesetzten Rennboliden sind heute längst fest in Sammlerhänden. 2012 wurde der Ex-IROC-Porsche des Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi für 2,31 Millionen Dollar versteigert. Die Stars lockte Penske damals auch mit fetten Preisgeldern hinter das Lenkrad der bunten Elfer. Der Champion der ersten Saison, Mark Donohue, strich satte 54.000 Dollar ein. In den Siebzigern eine Riesensumme. Technisch waren die IROC-Elfer Carrera 3.0 RS, die aber den großen Heckspoiler vom RSR bekamen. Der Boxermotor der IROC-Fahrzeuge leistet damals wohl so um die 315 PS. Werk83 bringt jetzt gleich sechs der Fahrzeuge als 1:18-Modelle auf den Markt. Hinter dem Die-Cast-Label, das Miniaturen in 1:43 und 1:18 bauen lässt, ist Christoph Krombach von CK-Modelcars der Motor: „Ich bin selber Racing-Fan. Die IROC-Elfer fehlen im 1:18-Markt einfach und sind für Werk83 deshalb ein interessantes Projekt, zudem ein Meilenstein im Motorsport. Die Farben machen diese ganz speziellen Elfer optisch sehr spektakulär.“ Die Firma aus Aßlar hat sich für eine Verkleinerung mit einer geschlossenen Zinkdruckgusskarosserie entschieden. Die Vorderräder der Carrera-Boliden lassen sich lenken.

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Den grünen und gelben IROC-Elfer sehen wir hier in der Straßenversion. Im Rennen fuhr beide F1-Champ Emerson Fittipaldi.Den grünen und gelben IROC-Elfer sehen wir hier in der Straßenversion. Im Rennen fuhr beide F1-Champ Emerson Fittipaldi.

Folgende Versionen kommen jetzt zu den Fans der US-Serie:

  • Porsche 911 IROC RS 3.0, orange, Startnummer 1, Pilot Mark Donohue, IROC-Champion 1973/74
  • Porsche 911 IROC RS 3.0, blau, Startnummer 5, Pilot Bobby Unser, Dritter IROC Daytona 1974
  • Porsche 911 IROC RS 3.0, gelb, Startnummer 1, Emerson Fittipaldi, Riverside 1973, ausgeschieden durch Unfall
  • Porsche 911 IROC RS 3.0, grün, Startnummer 14, Emerson Fittipaldi, Riverside 1973, Ersatzwagen, deshalb ohne Namensschriftzug
  • Porsche 911 IROC RS 3.0, schwarz, George Follmer, Startnummer 4, Riverside 1973
  • Porsche 911 IROC RS 3.0, gulfblau, Bobby Allison, Startnummer 9, Riverside 1973

Die Rennversionen haben schwarz abgedeckte Frontscheinwerfer und keine montierten Scheibenwischer. Zu allen sechs gibt es dann noch die passenden Straßenversionen ohne Startnummern in sonst identischer Ausführung, aber mit Scheibenwischern. Die Verkleinerungen rollen auf originalgetreu dimensionierten Fuchs-Felgen und besitzen selbstverständlich auch den großen Spoiler vom RSR. Der eckige Rückspiegel und die Türgriffe sind schwarz lackiert. Die Proportionen des Modells aus Zinkdruckguss wirken stimmig. Die Fensterteile hat Werk83 präzise eingesetzt, und am Fahrwerk zeichnet der Die-Cast-Carrera die Technik des Rennwagens mit Boxermotor im Heck und Racing-Auspuffanlage originalgetreu nach. Ebenfalls wichtig bei den Amerikanern für die Piste: die sauber aufgetragenen Lackierungen.

Die orientieren sich sehr exakt an den Originalfarbtönen, die damals in den Siebzigern für Furore sorgten. Der Kühler in der Elfer-Nase ist fein geriffelt und wurde in Silber schablonenlackiert. Die Blinker und das mehrfarbige Rückleuchtenband fügen sich passgenau in die Karosserie ein. Das Interieur kommt mit Sportsitzen zu den Fans, und Werk83 hat einen originalgetreuen Überrollbügel im Innenraum verbaut. Werk83 wird seine Neuheit voraussichtlich im Juni/Juli ausliefern. Der Verkaufspreis für den Zuffenhausener, der in Amerika die große Show abzog, soll als 1:18-Verkleinerung 79,95 Euro betragen. Werk83 schließt damit eine interessante Lücke in der Startaufstellung des Porsche 911.

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