Beide Ereignisse, die beim Namen Stefan Bellof immer mitschwingen, passierten dem pfeilschnellen Gießener hinter dem Lenkrad eines Porsche 956. Am 28. Mai 1983 fuhr der Pilot beim Training zum ADAC 1000-Kilometer-Rennen auf der Nordschleife eine Fabelzeit von 6:11,13 Minuten. Auf der durch Bauarbeiten leicht verkürzten Strecke bedeutete das eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 202 Stundenkilometern. Zwei Jahre später verunglückte das Top-Talent 117 Kilometer weiter westlich bei den 1000 Kilometern in Spa tödlich, als er in der Eau Rouge versuchte, Jacky Ickx zu überholen. Eine vielversprechende Rennkarriere war jäh zu Ende, brutal früh. Den Ferrari-Vertrag für die Formel 1 hatte er wohl schon in der Tasche.
Bellof war ein Maverick, ungestüm, auch bei Regen immer im absoluten Grenzbereich unterwegs. Was hätte er in der Formel 1, die sein Ziel war, alles noch in seiner Karriere erreichen können?
Seine Siegeszug startete im Kart, dann ging es über die Formel Ford und die Formel 2 in die Königsklasse. Beim unterlegenen Tyrrell-Team wäre er in der F1-Saison 1984 als Rookie Vierzehnter geworden, wenn die FIA die Briten nicht wegen Manipulationen disqualifiziert hätte. Aber: Im selben Jahr errang Stefan Bellof auf dem Porsche 956 den Weltmeistertitel und wurde noch Deutscher Meister – so nebenher!
Das alles war eine Karriere im Zeitraffer. Egal in welches Lenkrad Bellof auch griff, er setzte sofort nach kurzer Eingewöhnung Ausrufezeichen. Rennfahrerkollege Peter Wyss kommentierte die Rekordrunde von 1983 so: „Ein Schnitt, besser als Niki Lauda seinerzeit in seinem Formel-1-Ferrari.“ Und Porsche-Rennleiter Peter Falk merkte an: „Niemand hat den 956 so fliegen lassen!“ Auch Hans-Joachim Stuck hat er beeindruckt: „Vom Talent her und von dem, was er bisher gezeigt hat, ganz klar einer der Aller-Aller-Allerbesten.“ Formel-1-Champ Jackie Stewart legte noch einen drauf: „Er ist das größte Talent, das mir je begegnet ist.“ Es blieb bei zehn Siegen in der Sportwagen-WM und keinem F1-Triumph. Eine tragisch unvollendete Karriere.
Aber: An den unvergesslichen Rennfahrer erinnert Werk83 jetzt mit drei 1:18-Modellen aus eigener Produktion, die 2026 als Neuheiten auf den Markt kommen, für je 79,95 Euro. Folgende 956 sind hier geplant:
Fotografiert wurden diese Neuheiten im Nationalen Automuseum in Dietzhölztal-Ewersbach mit freundlicher Unterstützung des Hauses. Denn dort steht jener Wagen mit der Startnummer 2, Chassis 009, mit dem Stefan Bellof und Derek Bell die 1000 Kilometer von Sundown Park gewannen. Auch dieses Fahrzeug kommt später im Jahr, wohl als Minichamps-Modell, bei CK-Modelcars in 1:18 auf den Markt. Das Shooting für diese große Story fand in dem Museum statt, das auch in diesem Jahr wieder Gastgeber der Preisverleihung zum Modellfahrzeug des Jahres sein wird (siehe ab Seite 36).
Und so schließt sich dann doch der Kreis. Denn an diesen leider schon verstorbenen, ikonischen Rennfahrer zu erinnern, das ist eine tröstende Besonderheit, die mit den passenden Miniaturen in der Vitrine am besten gelingen kann. Beim Thema Stefan Bellof gibt es nun gleich vierfach pfeilschnellen Nachschub in 1:18.
Wie Bellof tickte, zeigt ein Zitat, zu seiner ganz frühen Kartsport-Zeit: „Überschlagen habe ich mich im Kart auch ein paar Mal. Aber da passierte nicht sehr viel. Du fliegst halt raus, und das Kart fliegt alleine weiter.“ Ein echter Bellof!