Porsche 911 (992) GT3 RS von Norev in 1:18 – Saus-Angestellter

Andreas A. Berse

 · 23.08.2023

Porsche 911 (992) GT3 RS von Norev in 1:18 – Saus-AngestellterFoto: C. Hoffmann, Porsche Archiv (1)
Norevs weißer 911 GT3 RS in 1:18 steht in der Tradition des 356 SL aus Le Mans (links), der als Original in Zuffenhausen parkt
Porsche baut gerne Autos im Grenzbereich zwischen Sport- und Rennwagen. Der neue GT3 RS von Norev eröffnet dazu interessante 1:18-Perspektiven.
Bei Norev kommt der 1:18-RS in Weiß und Grau, bei Porsche wohl in Grün und Gelb. Das Interieur ist umfangreich dekoriert.
Foto: C. Hoffmann, Porsche Archiv (1)

Rennen ist Porsche-Sportwagen in die Wiege gelegt. Beim ersten Start in Le Mans traten die Zuffenhausener mit einem 356 SL Aluminium-Coupé an, das optisch stark an das Straßen-Coupé erinnerte und auf Anhieb einen Klassensieg einfuhr. Genau in dieser Tradition steht heute der 911 GT3 RS. Er darf wahlweise auf der Straße fahren und sich aber auch den Siegeslorbeer eines Racers umhängen.

Diese Überraschung ist perfekt: Im November liefert Norev an die Fachhändler einen aktuellen Porsche 911 GT3 RS der Baureihe 992 mit beweglicher Fronthaube und beweglichen Türen, lenkbaren Vorderrädern sowie einer makellos proportionierten Die-Cast-Karosserie. Die Franzosen bringen die Farben Weiß und Arktikgrau an den Start, an Porsche gehen die heißen RS in Grün und Racinggelb.

Bei den hier gezeigten Fachhandelsmodellen sind die RS-Schriftzüge auf den Flanken und die Felgen in Rot gehalten. Auch die Leichtbausitze tragen Sitzspiegel in dieser Kontrastfarbe. Die beiden 1:18-Coupés rollen auf Siebenarm-Doppelspeichenfelgen – wie gesagt in Rot. Obwohl Norev schon den normalen 911 GT3 im Programm hatte, entwickelte das Team in Aachen unter Federführung von Ben Schumacher ein komplett neues Werkzeug für die noch ausgefeiltere RS-Version. Und das hat es in sich: Für die neue Ausführung wuchs die Zahl der Bauteile von 91 auf 106, die der Dekorationen sogar von 179 auf satte 214.

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Türen und Fronthaube sind beweglich, die Passungen und Spaltmaße exzellent. Sogar die Schlaufe als Türöffner ist an Bord.Türen und Fronthaube sind beweglich, die Passungen und Spaltmaße exzellent. Sogar die Schlaufe als Türöffner ist an Bord.

Es gibt die kultigen Schlaufen als Türöffner, extrem filigrane Gitter in Fotoätztechnik, gezackte Karbonteile, die beide Öffnungen in der Fronthaube einrahmen, und die Dämpferverstellung am Flügelwerk, das an einer Schwanenhals-Aufhängung fixiert ist. Diese Dämpfer werden zum Serienstart auch noch in der Farbe Rot lackiert. Zudem hat Norev für die bestmögliche Optik und auch Haptik an diesem GT3 RS alle Kunststoff-Bauteile lackiert. Das alles treibt den Preis ins Dreistellige auf 109,95 Euro, sorgt aber dank der gebotenen Produktqualität immer noch für ein sportliches Preis-Leistungs-Verhältnis, auch im Vergleich zum Vorbild. Immerhin kostet das Original mindestens 248.157 Euro.

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Beginnen wir einmal mit den sehr überzeugenden Proportionen, die selbstverständlich auch der präzisen Konstruktion mittels CAD-Daten geschuldet sind. Obwohl unsere beiden Fotomuster noch nicht aus der Serienproduktion stammten, waren die Lackierungen und auch das Finish der beim GT3 RS beinahe überall gegenwärtigen Aerodynamikhilfen über jeden Zweifel erhaben. Der Lackauftrag wirkt einerseits dünn, ist andererseits aber mit einer perfekten Oberfläche und sehr tiefem Glanz versehen. Das können 1:18-Modelle aus der Luxusklasse auch nicht viel besser als Norevs Newcomer.

Es geht aber nicht um die Anzahl der Bauteile alleine, wenn Qualität entstehen soll. Auch die Verarbeitung spielt eine wichtige Rolle. Und da zeigten beide Vorserienmuster ebenfalls einen höchst gelungenen Stand. Die Spaltmaße bei Fronthaube und Türen sind sehr überzeugend.

Zudem ist bei geschlossener Haube originalgetreu kein Spalt zu den Kühllufteinlässen in der Elfer-Nase zu erkennen. Die transparenten Abdeckungen der Frontscheinwerfer und das durchlaufende Leuchtenband im Heck fügen sich fugenfrei in die Karosserie ein. Selbst die Radnaben sind perfekt mit winziger Schrift bedruckt, die Reifen und Naben ebenso. Ein Aufwand, der sich auch im Interieur fortsetzt. So hat Norev etwa im Ablagefach hinter dem Schalthebel den schimmernden RS-Druck nicht vergessen. Die Sitzspiegel des Leichtbaugestühls sind in Rot verziert, die Instrumente so scharf aufgedruckt, dass sie sich mit der Lupe lesen lassen. Auch der massive Überrollbügel ist selbstverständlich nachgezeichnet. Die Dachfinnen haben die Produzenten sauber montiert – wie die Aeroleitbleche im Radausschnitt hinter den Antriebsrädern.

Der Unterboden aus Kunststoff ist so glatt verkleidet wie beim Original, die äußeren Auspuffrohre sind in Silber schablonenlackiert, die Endrohre sogar wie beim Vorbild verchromt. Das Rot der Felgen harmoniert im Ton mit dem der Seitenschriftzüge an der Norev-Miniatur. Die Bremsanlage zeigt schwarze Sättel und korrekt dimensionierte Scheiben.

Selten gab es bei einem 1:18er mehr Modellauto-Performance fürs Geld. Bei Norev ist der GT3 RS in 1:18 jedenfalls erstaunlich und erschwinglich.

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