Andreas A. Berse
· 14.01.2024
Exakt 36.390 Euro Aufpreis kostet beim aktuellen Porsche 911 GT3 RS das sogenannte „Weissach-Paket“, immerhin schon inklusive KarbonÜberrollbügel. Und das Coupé ist ja dank 230.112 Euro als Grundpreis bereits in Basisausstattung mit seinem Vierliter-Sauger und 525 PS im Heck kein Schnäppchen.
Beide 1:18-Modelle aus Die Cast, die wir an dieser Stelle enttarnen, zeichnen diese spezielle Optik nach, die ihren Namen dem Ort des Entwicklungszentrums von Porsche verdankt. Aber: Beide Fahrzeuge traten auch auf dem Nürburgring zur Rekordjagd an – mit Respekt einflößenden Ergebnissen. Den einen Wagen, ein Coupé in Eisgraumetallic mit dem Kennzeichen
Die Vorbilder der Minichamps-GT3 fuhren Top-Rundenzeiten in der „Grünen Hölle“
„BB-PV 4002“, pushte PorschePilot Jörg Bergmeister am 13. Oktober 2022 auf der Nordschleife zur Fabelzeit von 6:49.328 Minuten. Kurz davor, am 9. September, gelang dem „sport-auto“-Piloten Christian Gebhardt mit einem GT3 RS in GT-Silbermetallic, Kennzeichen „BB-PO 8003“, für den Supertest eine nicht minder fabelhafte Zeit: 6:54.99 Minuten. Da bleibt den Ring-Fans mit Recht fast das Herz stehen.
Genau diese beiden BlockbusterElfer kommen noch in diesem Jahr von Minichamps auf den Markt. Angepeilt für die Auslieferung ist der 15. Dezember – das Vorfeld des Jahreswechsels also. Beide haben das Weissach-Paket an Bord. Schon da zündet Minichamps ein Dekorationsfeuerwerk. Das beginnt bei den Magnesiumfelgen im Leichtbauzuschnitt. Der „sport-auto“-Elfer rollt auf schwarzen Rädern und hat Seitendekor in derselben Farbe. Beim Porsche-Rekordwagen sind die Räder und seitlichen Verzierungen dagegen in Blau gehalten.
Doch das ist noch nicht alles. Türgriffe, Pedale und Schaltpaddel zeigen Karbon-Optik. Auch Teile der Karosserien zieren Abziehbilder in feinem Sichtkarbon. So etwa im Bereich des Frontdeckels, des Dachs und der Rückspiegelgehäuse. Das Karbon setzt sich bei den 1:18ern originalgetreu im Interieur fort und sogar noch beim Überrollbügel.
Zudem bauen die Aachener ihre aktuellen Porsche 911 (992) GT3 RS als Die-Cast-Modelle mit beweglichen Teilen. Türen und Fronthaube lassen sich öffnen. Zusätzliche Besonderheit: Auch die Wartungsklappe im Heck ist abnehmbar und wird durch Magneten fixiert. Selbstverständlich lassen sich die Vorderräder lenken. Trotz der beweglichen Teile sind die Spaltmaße des GT3 RS perfekt. Und das galt schon für die Nullserienmuster, die wir für diese Geschichte als erstes Magazin ablichten konnten. Direkt nach der Endkontrolle in Aachen gingen beide 911er zu unserem Fotografen, und rechtzeitig zum Druck waren Fotos und Layout finalisiert. Das war übrigens genauso spannend wie eine ultraschnelle Nürburgringrunde.
Karbon-Look und Fotoätzteile treiben die Dekoration auf Champion-Niveau
Dass Minichamps in Sachen Dekorationskünste eine Spitzenstellung genießt, ist eine Binsenweisheit. Aber Zahlen machen das bei diesen beiden Miniaturen noch einmal deutlich. Die GT-silberne „sport-auto“-Version (Bestellnummer: 110062020) hat sage und schreibe 293 Dekorationen, der Porsche-Rekordflitzer in Eisgrau (110062021) gerade eine weniger.
Dekos sind das eine, Proportionen das andere. Auch die wirken bei beiden Kandidaten stimmig. Zudem fällt auf, dass Minichamps intensiv die Karte Fotoätzteile spielt, wenn es um die Detaillierung seiner Renner von der Grünen Hölle geht. Die Bremsscheiben, der Motorgrill, die Gurtschlösser und die Lufteinlassgitter auf dem Kofferraum sind in dieser Technik gefertigt.
Doch die Liebe in der Gestaltung geht bei beiden GT3 RS über das reine Modell hinaus – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Experten aus Aachen spendieren ihren Sondermodellen maßgeschneiderte Boxen mit Infos zu den Rekordläufen im Innendeckel. Je nach Fantasie könnte der Enthusiast meinen, diese Elfer würden auf einem Thron hocken oder sich in einer Schatzkiste verbergen. Das setzt noch einen Tick Adrenalin frei, so wie eine schnelle Runde über die Nordschleife.
Ehrensache, dass Minichamps diese beiden Elfer-Juwele limitiert: Das „sport-auto“-Modell gibt es nur 333-mal, der Porsche-Rekordwagen liegt an der Charlottenburger Allee in Aachen nur 649-mal auf Lager. Der Verkaufspreis lautet einheitlich 249,95 Euro. Na ja: Ein Porsche Carrera 911 (992) GT3 RS mit Weissach-Paket kann eben kein Schnäppchen sein – auch nicht im Maßstab 1:18.
Echt cool: Norev bringt eine neue Version seines frühen Porsche 911 in 1:12. Das schiefergraue Coupé hat all die Features an Bord, die jener Boxer Typ 911 S besaß, den Steve McQueen am Anfang seines Films „Le Mans“ sieben lange Filmminuten durch die engen Gassen der Stadt bis zur Rennstrecke fährt. Inklusive passender Schiebedachgravur und der Nebelscheinwerfer, Sportauspuff und Blaupunkt-Radio „Frankfurt“. Preis: 149 Euro. Das Modell ist bereits lieferbar. Mehr Details im nächsten Heft.