Amalgam baut Porsche Carrera GT in monumentalem Maßstab 1:8

Andreas A. Berse

 · 09.07.2026

Amalgam baut Porsche Carrera GT in monumentalem Maßstab 1:8
Wenn Amalgam ein neues 1:8-Modell ankündigt, dann sind knapp 20.000 Euro für die News fällig. Da macht auch der Porsche Carrera GT aus dem Vorbildbaujahr 2003 keine Ausnahme. ] Foto: Amalgam
Die britische Manufaktur Amalgam Collection präsentiert den Porsche Carrera GT als 1:8-Modell in GT Silver Metallic. Limitiert auf 199 Exemplare, entsteht jedes Stück in über 300 Stunden reiner Handarbeit. Original-CAD-Daten von Porsche und tausende CNC-gefertigte Komponenten versprechen höchste Detailtreue. Preis: 19.499 Euro.

Themen in diesem Artikel

Die Firma aus Bristol gibt an, dass die Entwicklung des 1:8-Modells des Porsche Carrera rund 3000 Stunden in der Entwicklung verschlungen hat ] Foto: Amalgam

Das war dann wohl die Ansage von der Insel. Während sich die Die-Cast-Welt mehrheitlich in den Maßstäben 1:18 und 1:43 tummelt, preschen die Briten von Amalgam Collection gerne in eine ganz andere Dimension vor: 1:8 – über 57 Zentimeter reines Carrera-GT-Metall. Und das nicht als Serienproduktion, sondern als handgefertigtes Sammlerstück mit einer Bauzeit, die jeden Modellbauer ehrfürchtig verstummen lässt.

Über 3.000 Stunden Entwicklung für ein Modell

Die Zahlen lesen sich wie aus einer anderen Welt. Über 3.000 Stunden flossen allein in die Entwicklung des Modells, mehr als 300 Stunden verschlingt der Bau jedes einzelnen Exemplars. Tausende präzisionsgefertigte Einzelteile – Gussteile, Fotoätzungen, CNC-gefräste Metallkomponenten – werden von einem kleinen Team von Handwerkern zusammengefügt. Die Basis bilden Original-CAD-Daten direkt von Porsche, ergänzt durch Lackcode-Spezifikationen und Materialvorgaben aus Zuffenhausen. Jedes Detail wurde von Porsche-Ingenieuren und Designern abgesegnet. Das Ergebnis: vollständig öffnende Teile, authentische Materialien und eine Detailtreue, die ihresgleichen sucht.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

4

5

Die limitierte Auflage von 199 Stück ist in GT Silver Metallic lackiert – jener legendäre „Liquid Metal"-Farbton, den Porsche 2004 mit dem Carrera GT einführte und der seitdem zum festen Bestandteil der Porsche-Palette zählt. Dazu gesellt sich ein Terracotta-Interieur, das die warme Eleganz des Originals aufgreift. Wer es individueller mag: Amalgam bietet auch maßgeschneiderte Modelle nach Kundenwunsch an – vermutlich die einzige Möglichkeit, den eigenen Carrera GT in Miniatur nachzubilden.

Das Original: Rennsport-DNA für die Straße

Der echte Carrera GT, gebaut zwischen 2003 und 2006 in nur 1.270 Exemplaren, war Porsches kompromissloseste Straßenmaschine seiner Zeit. Aus einem gestoppten Le-Mans-Prototypen-Projekt geboren, trug der Typ 980 Motorsport-Gene in jeder Faser: Carbon-Monocoque, 5,7-Liter-V10 mit 612 PS, Sechsgang-Handschaltung, Keramikkupplung. Der Motor stammte ursprünglich aus einem geheimen Formel-1-Projekt der frühen 1990er-Jahre und wurde für den Sportwagen-Einsatz vergrößert. Als die FIA-Regeln das Rennprogramm beendeten, wanderte die Technik auf die Straße – ähnlich wie beim legendären 959 in den 1980ern.

Das Ergebnis: ein analoges Supercar ohne elektronische Helferlein, mit Pushrod-Federung aus dem Rennsport, Carbon-Keramik-Bremsen und einem Heckflügel, der ab 120 km/h automatisch ausfährt. Auf der Nürburgring-Nordschleife knackte der Carrera GT die Acht-Minuten-Marke locker – Testfahrten mit Rallye-Legende Walter Röhrl prägten die Fahrwerksabstimmung. Der Schaltknauf aus Buchenholz, eine Hommage an den Porsche 917, setzte den nostalgischen Kontrapunkt zur Hightech-Umgebung.

Für Sammler mit Platz und Budget

Mit einem Neupreis von 452.690 Euro war das Original schon exklusiv genug. Das 1:8-Modell von Amalgam dürfte in ähnlichen Sphären spielen – konkrete Preise nennt die Manufaktur nicht öffentlich, aber bei dieser Fertigungstiefe und Limitierung rechnet man mit fünfstelligen Beträgen. Dafür bekommt man allerdings ein Stück Handwerkskunst, das in keiner Vitrine untergeht. Über einen halben Meter Länge verlangen nach entsprechendem Platz – und nach Respekt vor der Ingenieursleistung, die dahintersteckt.

Die limitierte Auflage von 199 Stück dürfte schnell vergriffen sein. Wer sich für maßgeschneiderte Varianten interessiert, kann direkt mit Amalgam in Kontakt treten. Die Briten haben bereits bewiesen, dass sie auch individuelle Kundenwünsche umsetzen – sei es in abweichenden Lackierungen oder mit spezifischen Details nach Originalvorlage. Definitiv ein Sammlerstück für die ganz große Vitrine.

​Mehr Informationen über alle wichtigen Neuheiten, egal ob Klassiker oder aktuelle Fahrzeuge, liefert Heft 4/2026, das am Kiosk ist. Hier geht´s zum Heft. Zusätzliche Informationen aus der Welt der Modellautos erhalten Sie auch im neuen Newsletter von MODELL FAHRZEUG. Hier können Sie sich dazu anmelden.

Artikel teilen:

Meistgelesen in der Rubrik Modellfahrzeug