Wer hat‘s erfunden? Das erste Auto mit Transaxle-Antrieb – also Motor vorne, Kardanwelle und Getriebe hinten – ordnen Automobilhistoriker DeDion-Bouton und dem Jahr 1898 zu. Aber: Wenn eine schillernde Marke wie Porsche über Jahre hinweg ihren Sportwagen mit Heckmotor mehrere neue Projekte mit Transaxle-Layout zur Seite stellt, dann hinterlässt das weltweite eine eruptive Wirkung. Alles wird anders! Da kommen alle Sportwagenbauer ins Grübeln.
Und hinter den Ziffern 924, 944, 968 und 928 versteckt sich viel mehr als nur vier neue Baureihen. Etwa eine stilistische Herausforderung. Etwa eine Porsche-gerechte Optimierung einer ursprünglichen Volkswagen-Idee. Oder ein Gran Turismo als Coupé mit fantastischer Performance bei bisher unerreichtem Fahrkomfort! Das alles und noch viel mehr zeigt die neue Ausstellung „Forever Young. Celebrating Transaxle“ im Porsche-Museum zu Zuffenhausen.
Der Erfolg dieses Antriebs-Layouts bei den Schwaben ist unumstritten. Zwischen 1976 und 1995 entstanden fast 400.000 dieser außergewöhnlichen, etwas anderen Sportwagen. Von ihrer Erscheinung her sind alle vier Baureihen längst Ikonen, die stilbildend bis heute wirken. Zudem gewann der Porsche 928 dem Thema Klappscheinwerfer eine unerreichte Design-Facette ab. Ausgefahren cooler als jede Leuchte von Luigi Colani! Revolution und Evolution: Beides steckt in der Transaxle-Ahnengalerie.
Dass diese Porsche-Originale auch für die Modellautoindustrie höchst attraktiv sind, zeigen aktuelle, noch streng geheime 1:18-Neuheiten. Wir enthüllen sie hier weltexklusiv! Norev baut in Die Cast sowie mit beweglichen Türen und Hauben den 944er in der frühen und späten Version als Coupé und als Cabriolet mit geschlossenem und geöffnetem Dach als Wechselteilen. Das Cabriolet zeigen wir in Indischrot, das Coupé in Steingraumetallic. Türen und Hauben, auch die Heckklappe, sind beweglich. Dank Wechselwerkzeug kann Norev Saug- und Turbomotoren realisieren. Beide Aggregate sind extrem aufwendig nachgezeichnet, originalgetreu durchkoloriert und tragen passende Warnschilder im Motorraum. Die Wischwasserbehälter erhalten einen teiltransparenten Look. Es gibt drei Felgen: Kanaldeckel, Telefonwählscheibe und Füchse. Dazu kommen zwei Lenkräder. Das Coupé erscheint zunächst ex- klusiv für Modelissmo im November, Preis: 99,95 Euro, das Ca briolet zeitgeich bei Norev für 115 Euro. Wer sich das Scharnier der Kofferraumklappe am Cabriolet einmal genauer anschaut, der könnte denken, er halte eine Neuheit von Autoart in seinen Händen. Unfassbare zehn Teile sind nur für das Gelenk verbaut und müssen perfekt montiert werden! Norev legt erneut eine Schippe drauf, zündet seinen eigenen Detaillierungs-Turbo. Diese 944er werden in der Fangemeinde der 1:18-Sammler für Furore sorgen. Das ist sicher.
Bereits ausgeliefert hat außerdem GT Spirit den Porsche 968 Turbo S aus Resine mit geschlossener Karosserie für rund 120 Euro. Das Vorbild von 1993/94 wurde nur 14-mal gebaut und stellte mit 305 PS den Höhepunkt der Vierzylinder-Frontmotor-Ära in Zuffenhausen dar. Minichamps baute einen ganz hervorragenden 924 im „All-open“-Trimm, und mit zum Date in Zuffenhausen reiste in 1:18 auch das Museums-Modell des Porsche 928 in Minervablau mit Interieur samt Sitzen im „Pascha“-Design. Hier funktionieren sogar die Klappscheinwerfer, und perfekte Exemplare im Topzustand bringen im Internet bis zu knapp 400 Euro.
In 1:43 baute Autocult das Ur-Projekt von VW mit dem Namen EA 425 aus Resine nach. Minichamps und Maxichamps lieferte 924, 944 als Coupé und Cabriolet, 968 als Coupé und Cabriolet sowie den 928er. In 1:87 baute Herpa den 924, den 944 und den 928 nach. Den 968er bekam dagegen PCX87 in H0 sehr erfolgreich klein, als Coupé und Cabriolet. In 1:43 gab es übrigens 924, 944, 968 und 928 von NZG aus Die Cast mit beweglichen Türen und Hauben als Industriemodelle für Zuffenhausen.
Auch Mattel und Norev Jet hatten den 924er im 1:43-Programm, und Solido schuf schon früh einen formschönen, ersten 928er. Herrlich krawallig und mit fett ausgestellten Kotflügeln kommt ein 924 Turbo im Racelook von Polistil in 1:24 vorgefahren. Und ein 1:32-Modell von Corgi in Orange.
Mit Transaxle wurde bei Porsche alles anders – fast alles! Modelle erinnerten schon immer an diese Ära. Die 944er von Norev schließen bald eine wichtige Lücke im 1:18-Fuhrpark auf brillante Art. Was will der Fan mehr? Auch das ist Celebrating Transaxle.