PeopleInterview mit Norev-Boss Axel Fischer Was sind die Klassiker der Zukunft?

Interview mit Norev-Boss Axel Fischer Was sind die Klassiker der Zukunft?Foto: Werk

Mit sorgsam ausgewählten Klassiker-Ikonen will Norev-Chef Axel Fischer die Marke breiter aufstellen und internationaler machen.

Interview mit Norev-Boss Axel FischerFoto: Werk
Interview mit Norev-Boss Axel Fischer
Alfa GTV 2000 in 1:18Foto: Werk
Alfa GTV 2000 in 1:18
Erster Norev- MotorrollerFoto: Werk
Erster Norev- Motorroller
Handmuster des Ferrari F40 in 1:12Foto: Werk
Handmuster des Ferrari F40 in 1:12
Interview mit Norev-Boss Axel FischerFoto: Werk
Interview mit Norev-Boss Axel Fischer
Alfa GTV 2000 in 1:18Foto: Werk
Alfa GTV 2000 in 1:18
Alfa GTV 2000 in 1:18
Erster Norev- Motorroller
Handmuster des Ferrari F40 in 1:12
Interview mit Norev-Boss Axel Fischer

Vor rund 70 Jahren brachte Joseph Véron, der spätere Gründer von Norev, sein erstes Plastikmodell, den Motorscooter Vespa, auf den Markt. Wo steht Norev heute?

Axel Fischer: Ich bin stolz darauf, Mitglied einer Familie zu sein, die seit 1947 drei Generationen lang versucht hat, den Namen Norev weiterzuentwickeln, erfolgreicher zu machen. Es waren 76 Jahre, in denen viele Menschen versucht haben, diesen Traum über Generationen hinweg am Leben zu erhalten.

Zwei Jahre ohne Spielwarenmesse in Nürnberg! War das ein großer Verlust für Norev?

Axel Fischer: Wir waren überrascht, wie wenig Einfluss die Absage der Show für uns hatte. Wir sind jetzt offenbar zu einem wichtigen Akteur in dieser Branche herangereift. Das ist auch das Ergebnis unserer strategischen Entscheidungen, insbesondere für unsere Fabrik in China und die starke Einbindung unserer deutschen Tochtergesellschaft, der wir große Entscheidungsfreiheit lassen.

In Deutschland ist das Thema Modellauto gut durch die zwei Jahre der Pandemie gekommen. Wie war es in Frankreich?

Axel Fischer: Ehrlich: Wir waren vorsichtig. Wir waren nicht sicher, wie die Zukunft aussieht, und einige Mitarbeiter haben das Unternehmen verlassen. Die Produkte verkauften sich gut, und wir waren schnell knapp an Ware. Wir haben versucht, das Lager klein zu halten, um ein Maximum an Liquidität zu sichern. Offensichtlich haben wir dadurch auch Verkäufe verschenkt. Aber: Unsere finanziellen Bilanzen sind gut. Wir arbeiten intensiv daran, die Produktion wieder zu steigern und die Fertigung stark nachgefragter Produkte schnell hochzufahren.

Welche neuen Impulse will Norev im Modellautojahr 2022 setzen?

Axel Fischer: Ich glaube nicht, dass wir jetzt gleich das Rad neu erfinden müssen. Für uns wird 2022 eher eine Zeit der Konsolidierung und Internationalisierung. Wir arbeiten immer noch intensiv an 1:18 und entwickeln neben den französischen und deutschen Modellen viele italienische und englische Miniaturen von Marken wie Alfa Romeo, Lancia, Aston Martin, Jaguar. Wir werden unser 1:12-Sortiment konsolidieren, da wir der Meinung sind, dass größere Modelle für den Sammlermarkt manchmal „zu exklusiv gestaltet“, oder sagen wir: zugespitzt, sind. Und unser preiswertes Sortiment, die Jet-Cars, baut erfolgreich die Brücke zwischen der Spielzeug- und der Sammlerwelt.

Mit Porsche 356 Speedster, Jaguar XJ.S und Alfa Giulia als TI Super präsentierte Norev tolle 1:18-Modelle mit geschlossener Karosserie. Wie geht es da weiter?

Axel Fischer: Vielen Dank für Ihr Kompliment. Sammler haben eine Leidenschaft für Marken, und wir auch. Einige Autohersteller sind in unserem Sortiment noch etwas unterrepräsentiert. Das versuchen wir zu korrigieren. Wir haben diese Modelle mit geschlossener Karosserie hergestellt, weil wir der Meinung sind, dass dies ein idealer Kompromiss zwischen Qualität und Preis ist. Wir denken auch, dass Die Cast auf lange Zeit solider und umweltfreundlicher ist als Resine.

In Deutschland zieht sich die heimische Automobilindustrie aktuell sehr stark aus dem Modellbaugeschäft zurück. Ist das auch in Frankreich so?

Axel Fischer: Ich glaube, dass die Autohersteller mit ihren Ausgaben vorsichtig sind. Ihre Branche verändert sich stark. Aber ihre Herausforderung besteht darin, ihre Kunden weiterhin zum Träumen zu bringen und profitabel zu bleiben. Für uns ist das kein Problem, denn die französischen Hersteller sind in 1:43 und 1:64 weiter sehr präsent, allerdings leider weniger in 1:18. Die deutschen Hersteller sind dagegen sehr anspruchsvoll bei 1:18 und 1:43, aber weniger interessiert an 1:64.

Wie wichtig ist der deutsche Markt 2022 für Norev, wie haben sich andere Märkte entwickelt?

Axel Fischer: Der französische und der deutsche Markt sind für unser Unternehmen gleichermaßen wichtig. Aber deutsche Marken verkaufen sich auch international viel besser! Vielleicht können die Franzosen da etwas von ihren deutschen Freunden lernen? Die anderen Märkte sind stabil und entwickeln sich eher entsprechend unserem Produktangebot. Beispielsweise sind unsere Verkäufe in den Vereinigten Staaten und in China spürbar im Aufwind.

Was sind die wichtigsten neuen Ideen von Norev für 2022?

Axel Fischer: Wir suchen nach „den“ ikonischen Modellen in 1:12. In 1:18 geht es da eher um die Verbreitung der Vorbildmarken, denen wir kleine Denkmäler setzen wollen. Mit den Jet-Cars wollen wir versuchen, die Sammler von morgen zu erreichen, die Einsteiger ins Hobby. Die wichtigste aller Fragen für uns: Was sind die Klassiker der Zukunft?