Scalextric wechselt nach 56 Jahren den Besitzer und wird ein Ami

Andreas A. Berse

 · 12.03.2026

Scalextric wechselt nach 56 Jahren den Besitzer und wird ein Ami
Fred Francis entwickelte vor 70 Jahren sein allererstes Rennset. Unter dem Namen Scalextric machte er die Autorennbahn von der Insel aus in aller Welt berühmt. Nun kauft Purbeck Capital Partners aus den USA den Namen. ] Foto: Scalextric
Nach fast sechs Jahrzehnten trennt sich Hornby von der Slot-Car-Legende Scalextric. Das 1956 erfundene Rennbahnsystem geht für 20 Millionen Pfund an Purbeck Capital Partners, während Hornby weiterhin als Agent fungiert.
Scalextrix überraschte auch 2026 wieder mit interessanten Neuheiten wie diesem Raceset von Ford ] Foto: Scalextric

Die britische Legende wird ein Amerikaner! Nach 56 Jahren trennt sich die Die-Cast-Legende Hornby aus Margate im britischen Kent von ihrer wohl bekanntesten Marke: Scalextric wechselt den Besitzer. Für satte 20 Millionen Pfund, etwa 23 Millionen Euro verkauften die Briten das komplette Slot-Car-Geschäft samt aller Markenrechten an Purbeck Capital Partners, eine noch jubnge amerikanische Investmentfirma.

Scalextric gilt als Rennbahnerfinder

Seit 1968 gehörte die Rennbahn-Ikone zu Hornby, doch jetzt ist Schluss mit der langen und bislang ertragreichen Ehe. Die Muttergesellschaft Castelnau, die auch das Bestattungsunternehmen Dignity besitzt, gab am Freitag den Verkauf bekannt. Käufer ist Mark Brown, der ehemalige Chef der US-Spirituosenfirma Sazerac, die Marken wie Southern Comfort führt. Für Browns Family Office ist es die erste Investition überhaupt.

Die Scalextric-Geschichte begann 1956 in Hampshire, als Fred Francis das allererste Set für eine Autorennbahn entwickelte. Was damals als kleines Slot-Car-System startete, wurde zur weltweiten Rennbahn-Legende. Besonders während der Corona-Pandemie erlebte das Hobby nochmals einen echten Boom – perfektes Timing für einen lukrativen Verkauf.

Hornby fokussiert sich auf die Klassiker

Die Briten wollen die 20 Millionen Pfund clever einsetzen: Schulden abbauen und in die anderen Marken investieren. Schließlich hat Hornby noch genug Asse im Ärmel – die Modelleisenbahn-Tradition seit 1901, Airfix-Flugzeuge und die Corgi-Autos bleiben im Portfolio. Das erste Hornby-Zugset rollte bereits 1920 von der Werkbank.

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Clever eingefädelt: Hornby fungiert weiterhin als Agent für Scalextric und unterstützt die Marke mit der bestehenden Infrastruktur auch im Vertrieb. So bleiben die Briten im Geschäft, ohne die Verantwortung und die finanziellen Risiken zu tragen. Richard Brown, Chef von Castelnau, zeigte sich begeistert: "Scalextric hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht, und wir sind wirklich gespannt auf die nächste Phase."

Neue Pläne gegen die Online-Konkurrenz

Käufer Mark Brown gründete eigens Scalextric Motorsports, um das Business zu führen. Seine Mission: Scalextric in neue Bereiche entwickeln – als Gegenmittel zu den Online-Bespaßungen. Eine clevere Strategie, denn analoge Hobbys erleben gerade eine Renaissance.

Spannend wird auch Browns neue Rolle bei Hornby selbst. Er soll bei der strategischen Transformation helfen und "eine Serie unternehmerischer, profitabler Marken" schaffen, die nachhaltig und unabhängig operieren. Nach der AIM-Börsen-Abmeldung im April 2024 und Mike Ashleys Beratereinstieg ist bei Hornby definitiv Bewegung drin.

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