Andreas A. Berse
· 26.02.2026
Im Jahr 1975 brachte Matchbox den 1:32-Bausatz des Aston Martin Ulster zum ersten Mal auf den Markt. Revell legt den Rennwagen aus den Dreißigern nun wieder neu auf. ] Foto: Revell
Da feiert ein echter Oldtimer bei Revell sein Comeback! Während sich die Konkurrenz auf moderne Supersportwagen stürzt, graben die Revell-Strategen tief in der britischen Automobilgeschichte und holen einen echten Gentleman-Racer aus der Versenkung. Der Aston Martin Ulster von 1934 kehrt als Level 5-Bausatz zurück – und das hat es in sich. Denn: Das Originalwerkzeug gab sein Debüt in einem Matchbox-Karton, im vorigen Jahrhundert, anno 1975.
Mit der Baugröße 1:32 täuscht der kleine Maßstab aber gewaltig über den großen Anspruch in Sachen Finessen hinweg. 70 Einzelteile auf knapp 14 Zentimetern Länge bedeuten Fummelarbeit vom Feinsten. Und die Passgenauigkeit von heute darf der Fan von der Wiederauflage nicht erwarten. Der Kit ist selber eine Zeitmaschine. Die damaligen Matchbox-Ingenieure war 1:32-Experten und hatten sich nicht lumpen lassen: Für die Zeit filigrane Speichenräder, authentische Lederriemen auf der Motorhaube und ein spartanisches, aber stilvolles Cockpit warten auf geduldige Finger. Als Rechtslenker kommt der Ulster natürlich daher – denn nur so wurde er auch für den Rennsport konstruiert.
Der Ulster verkörpert eine Zeit, als Rennfahrer noch ohne Überrollbügel geschweige denn Elektronik fuhren. Die lange Motorhaube, das offene Cockpit und das markante Heck fangen die Eleganz des Vorkriegs-Rennwagens perfekt ein. Besonders reizvoll: Die enthaltenen Abziehbilder ermöglichen die Darstellung eines Fahrzeugs, das tatsächlich bei legendären Rennen wie der Mille Miglia am Start stand. Und da haben die Ostwestfalen nachgelegt. Das neu gestaltete Abziehbild ist eine Wucht und hilft vor allem auch bei der Ausgestaltung des Cockpits prima weiter.
Das Original verdankt seinen Namen dem triumphalen Dreifachsieg beim RAC Tourist-Trophy-Rennen in Ulster 1934. Mit seinem 1,5-Liter-Motor war er nicht nur schnell, sondern auch extrem zuverlässig – eine Kombination, die ihn bei Langstreckenrennen wie Le Mans zur ersten Wahl machte. Nur wenige Exemplare wurden damals gebaut, was das Original heute unbezahlbar macht. Er schaffte 160 km/h also die damals unfassbaren 100 Meilen pro Stunden, eine Schallmauer der Dreißiger. Die Fahrt bei diesem Tempo hatte aber sicher auch etwas von einer Nahtod-Erfahrung.
Als Wiederauflage bietet dieser Bausatz Modellbauern die seltene Gelegenheit, einen gesuchten Klassiker des Revell-Sortiments zu montieren. Für 14,99 Euro ist der Ulster ab März 2026 verfügbar – genug Zeit, um die Fingerfertigkeit für Level 5 zu trainieren.
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