Andreas A. Berse
· 14.11.2023
Chaparral hat viele Innovationen im Rennsport realisiert. Der offene Typ 2Jb war sogar so gut, dass die Konkurrenz ihn sehr schnell verbieten ließ. Replicarz baut ihn in 1:18 nach |Foto: Werk
Automatik-Getriebe im Rennwagen, riesige Heckflügel auf spindeldürren Füßen und schließlich ein Bolide, der sich an die Rennstrecke saugt: Die Fahrzeuge, die der texanische Pilot Jim Hall unter dem Namen Chaparral zwischen 1963 und 1970 an den Start schob, waren fast immer technische Revolutionen. Der Name ist vom Wegekuckuck abgeleitet, der in den Staaten auch Roadrunner heißt. Passt ja perfekt. Halls Rennkarriere begann mit Austin Healeys, doch ab 1963 schuf er eigene Wettbewerbswagen und diese Chaparral bewiesen seine Talente als Erfinder. Der legendäre 2Jb, den Replicarz in 1:18 baut, hatte einen V8-Motor von Chevrolet mit wohl um die 550 PS. Doch das war nicht alles! Denn es war noch ein zweiter Motor verbaut.
Das weiße Chaparral-Original konnte sich an den Asphalt saugen
Dank eine zweiten ILO-Motors, der eigentlich für ein Schneemobil entwickelt worden war und zwei 17-Zoll-Gebläse antrieb, konnte sich der offene Spyder an den Rennasphalt ansaugen. Der Wagen hatte dadurch immer einen optimalen Anpressdruck und konnte sagenhaft schnell durch enge Kurven fahren. Das Konzept war so überlegen, dass die FIA und der Sports Car Club of America das Fahrzeug wegen illegaler beweglicher Aerodynamikteile verboten. Später probierte Alfa in der Formel-1 ein ähnliches System aus.
Das Replicarz-Modell zeigt einen detaillierten Motorraum
Die Replicarz-Miniatur des 2Jb in 1:18 ist fein detailliert. Obwohl das Modell aus Resine gefertigt ist, lässt sich die hintere Haube komplett demontieren und gibt den Blick auf den sehr ungewöhnlichen Antrieb mit zwei unterschiedlichen Motoren frei. Auch das Interieur des offenen und vorwiegend weiß lackierten Spyders ist mit seiner Uhrensammlung und den Hosenträgergurten mit Schlössern aus Fotoätzteilen eine echte Wucht. 279,95 Euro Verkaufspreis sind es leider auch. Aber: Außergewöhnliche Qualitäten haben eben immer ihren Preis. Es gibt wahlweise die Startnummer 66 von Riverside 1970 und den Wagen von Jackie Stewart aus Watkins Glen aus derselben Saison mit derselben Startnummer.
Auch Jim Halls Trans-Am-Camaro kommt in 1:18
In Sachen Jim Hall bringt Replicarz aus den Staaten noch ein weiteres Highlight. Als renommierter Pilot nahm der Fahrer an den hoch dotierten Einladungsrennen der Trans-Am-Serie teil. Im Jahr 1970 fuhr er auf einem Chevrolet Camaro. Replicarz baut hier den Wagen mit der Startnummer 1, den Hall 1970 in Road Atlanta fuhr. Der Pilot landete damit auf dem vierten Rang. Auch dieses Modell kostet 279,95 Euro. Wo gibt es die Replicarz-Modelle in Deutschland? Zum Beispiel bei Autopioneer.
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