Die Franzosen wollten 1968 unbedingt Le Mans gewinnen – und brachen dafür mit allem, was Alpine bis dahin ausmachte. Gründer Jean Rédélé schwor eigentlich auf das Prinzip „leichter ist besser", doch für die A220 packte er einen 3-Liter-V8 ins verstärkte Chassis des bewährten A210. Der Motor stammte von Gordini und war im Grunde nichts anderes als zwei zusammengefügte 1,5-Liter-Vierzylinder. Mit vier Weber-Vergasern leistete die Maschine 310 PS – respektabel, aber für Le Mans nicht genug.
Bei den 24 Stunden 1968 schaffte es nur einer von vier gemeldeten A220 ins Ziel: de Cortanze und Vinatier wurden Achte, immerhin noch vor den kleineren A210. Gewonnen haben damals Rodriguez und Bianchi auf einem Ford GT40 mit 4,9-Liter-V8 – eine andere Liga. Die Alpine A220 mit ihrem eleganten Langheck war zwar wunderschön anzusehen, erwies sich aber als schwierig zu fahren. Deshalb wurde einem Exemplar kurzerhand das Heck abgeschnitten. Mit Einspritzung stieg die Leistung dann sogar auf 350 PS, doch die ganz großen Erfolge blieben aus.
1969 versuchte Alpine es noch einmal in Le Mans, diesmal mit drei gemeldeten A220/69. Keiner kam ins Ziel. Das Projekt wurde danach beerdigt – die schöne Französin blieb eine Episode in der Renngeschichte. Genau diese Langheck-Version von 1969 kommt jetzt als Reinse-Modell von Ottomobile im Maßstab 1:18. Die Preorder-Ankündigung zeigt den charakteristischen Longtail in französischem Rennblau. Technische Details zur Ausführung nennt Ottomobile noch nicht, doch die Bilder versprechen die typische Otto-Qualität mit sauberen Linien und stimmigen Proportionen.
Für Sammler französischer Rennlegenden dürfte die A220 ein Pflichtstück werden – schließlich verkörpert sie den Moment, als Alpine alles auf eine Karte setzte und trotzdem scheiterte. Gerade diese gescheiterten Helden haben oft mehr Charakter als die Sieger. Die Neuheit soll um die 110 Euro kosten.
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