Andreas A. Berse
· 12.01.2026
Die haben Mut! Kess holt eine absolute Rarität aus der Versenkung ins Rampenlicht: den Isotta Fraschini 8C Monterosa von Boneschi aus dem Jahr 1948. Von diesem luxuriösen Wagen entstanden damals nur wenige Exemplare – und jetzt gibt es ihn als handgefertigte Miniatur in 150er-Auflage – in zwei verschiedenen Varianten.
Die Geschichte dahinter ist faszinierend. Der Ingenieur Fabio Rapi entwickelte bereits während des Zweiten Weltkriegs diesen revolutionären Luxus-Pkw, der aber erst 1947 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt wurde. Das Besondere: Der 8C Monterosa hatte einen Heckmotor – einen wassergekühlten V8 mit 90 Grad Zylinderwinkel und obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderbank. Diese Konstruktion ähnelte dem berühmten Tatra 87 und war für italienische Verhältnisse höchst ungewöhnlich.
Kess hat sich für die Boneschi-Cabriolet-Version entschieden, eine der spektakulärsten Karosserien, die je auf das Monterosa-Fahrgestell gesetzt wurde. Das Original verfügte über einen 3,0-Liter-V8 mit 115 PS, der bei 3100 Millimeter Radstand und nur 1450 Kilogramm Gewicht für respektable Fahrleistungen sorgte. Die Kombination aus Plattformrahmen und mittragender Karosserie war damals hochmodern.
Das Kess-Modell entsteht als handgefertigte Resine-Miniatur in einer streng limitierten Auflage von nur 150 Exemplaren pro Farbversion. Bei einem Verkaufspreis von 99,95 Euro bewegt sich die italienische Luxus-Rarität im gehobenen Sammler-Segment. Das macht durchaus Sinn, denn vom Original entstanden je nach Quelle nur sechs bis zwanzig Fahrzeuge – davon erhielten lediglich zwei Exemplare eine Zagato-Limousinen-Karosserie, eines eine Touring-Limousine und eben dieses eine Boneschi-Cabriolet, das in zwei Farbgebungen existierte.
Die Detailarbeit bei der Recherche dürfte anspruchsvoll gewesen sein, denn der Monterosa zeigte bereits 1948 moderne Designelemente, die erst Jahre später zum Standard wurden. Die fließenden Linien des Boneschi-Cabriolets mit ihren eleganten Proportionen verlangen nach präziser Umsetzung im Maßstab 1:43. Das ist Kess gelungen. Ebenso eine gut umgesetzte Zweifarbenlackierung.
Für Kenner italienischer Automobilgeschichte ist dieser offene Monterosa ein absoluter Leckerbissen. Isotta Fraschini versuchte nach dem Krieg noch einmal, an die glorreichen Zeiten der Zwanziger und Dreißiger anzuknüpfen – der 8C Monterosa sollte das Flaggschiff werden. Doch die Zeit der handgefertigten Luxus-Automobile war vorbei, und so blieb es bei dieser winzigen Serie.
Das Kess-Modell ist ab sofort verfügbar und dürfte bei Sammlern italienischer Raritäten schnell vergriffen sein. Wer sich für die außergewöhnliche Technik-Geschichte der Nachkriegszeit interessiert, sollte nicht zu lange zögern.
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