Das geheimnisvolle zweite Leben des Goliath 1100 Express von DreiKa in 1:87Foto: Auhagen/Werk

NutzfahrzeugeDas geheimnisvolle zweite Leben des Goliath 1100 Express von DreiKa in 1:87

Andreas A. Berse

 4/26/2022, Lesezeit: 3 Minuten

DreiKa stellt zwar nach zehn Jahren seinen Betrieb ein. Aber mit dem H0-Modell des Goliath 1100 Express soll es trotzdem bald wieder weitergehen: neue Varianten inklusive.

Die traurige Nachricht vorneweg: Nach zehn Jahren verabschiedet sich der Modellautohersteller DreiKa von der Bildfläche. DreiKa Modellbau wurde von Steffen Katzung und seiner Frau Martina zunächst im Nebengewerbe geführt. Aufgrund der großen Nachfrage stieß man immer wieder an die Grenzen des Machbaren, weshalb man nach einem kompetenten Geschäftspartner Ausschau hielt. Dieser wurde in der Busch GmbH & Co. KG gefunden, die ab 2017 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung die Bedruckung, die Montage und auch den kompletten Vertrieb der DreiKa-Modelle übernahm. Diese neuen Möglichkeiten führten zu einem schnellen und deutlichen Ausbau der Verkaufszahlen. DreiKa entwickelte deshalb eine ganze Modellfamilie in 1:87 nach Vorbild des Goliath 1100 Express.

Auf Basis des Goliath 1100 Express lieferte DreiKa einen stattlichen 1:87-Fuhrpark. Hier sind der fein gebaute Pritschenwagen und der Kastenwagen auf dem Foto zu sehen. ]Foto: C. Hoffmann
Auf Basis des Goliath 1100 Express lieferte DreiKa einen stattlichen 1:87-Fuhrpark. Hier sind der fein gebaute Pritschenwagen und der Kastenwagen auf dem Foto zu sehen. ]

Goliath war eine Marke des Bremer Borgward-Konzerns und konzentrierte sich eher auf kompakte Modelle, also clever konstruierte Kleinwagen und Kleintransporter. Auf letztgenanntem Gebiet wagten die Entwickler mit ihrem 1100 Express ab 1953 eine hochmoderne Neuentwicklung, auf deren Basis eine komplette Produktfamilie entstand. Den Kleintransporter mit modernem Frontmotor-Layout gab es als Bus, Luxusbus mit zusätzlichen Dachfenstern, Pritsche in zwei verschiedenen Versionen und Kastenwagen sowie mit zahlreichen Sonderaufbauten zu kaufen. Er wurde bis zum Konkurs des Borgward-Konzerns 1961 gebaut und setzte in der damaligen Lieferwagen-Landschaft in Sachen Raumausnutzung neue Maßstäbe.

Am Pritschenwagen des Goliath 1100 Express von DreiKa zeigt sich am filigranen Fahrwerk exemplarisch, wie aufwendig das Kunstoffmodell aus Leipzig konstruiert worden war ]Foto: C. Hoffmann
Am Pritschenwagen des Goliath 1100 Express von DreiKa zeigt sich am filigranen Fahrwerk exemplarisch, wie aufwendig das Kunstoffmodell aus Leipzig konstruiert worden war ]

Doch es wird mit dem 1:87-Modell weitergehen. Das ist die gute Nachricht zum Schluß. Steffen Katzung, der Motor hinter DreiKa: “Die Modelle des Goliath 1100 Express werden den Fachhändlern und Sammlern aber weiterhin erhalten bleiben, denn alle Konstruktionsunterlagen, Formwerkzeuge sowie der komplette Modellbestand wurden an die Auhagen GmbH in Marienberg verkauft. Die bereits bekannten und auch viele noch zur Veröffentlichung anstehende neue Modelle sind sinnbildlich in eine neue Garage umgeparkt worden und warten dort bald schon auf ihre erste Ausfahrt unter neuem Namen.”

In der Tat teilte uns Auhagen-Geschäftsführer Markus Hillig auf Nachfrage mit: “Die Fahrzeugmodelle erscheinen unter der Auhagen-Marke „mini car“ weiterhin in der bekannten Qualität, fertig montiert und hochwertig bedruckt. Zusätzlich erhalten alle Modelle Außenspiegel, die bei den bisherigen Ausführungen nicht vorhanden waren. Nach einer Übergangszeit, in der die Übernahme aller Materialien und Warenbestände erfolgt, beginnt dann wieder die Belieferung des Fachhandels und der Endkunden. Über den genauen Zeitpunkt informiert die Auhagen GmbH auf der Webseite www.minicar-modelle.de.” Die Fans des Goliath 1100 Express in 1:87 können also aufatmen. Und ihr Fuhrpark könnte in Zukunft noch etwas größer werden. Denn exklusiv verriet Hillig MODELL FAHRZEUG: “Wir werden in Zukunft auch weitere Varianten des Goliath 1100 Express produzieren, die Steffen Katzung bereits entwickelt hatte, aber noch nicht auf den Markt gekommen waren.”