WAS IN ZUKUNFT LÄUFT - Werk83 ist auf Schnitzeljagd

Andreas A. Berse

 · 09.11.2024

WAS IN ZUKUNFT LÄUFT - Werk83 ist auf SchnitzeljagdFoto: Werk
Die Historie des Porsche 917 kennt viele interessante Geschichten. Die des „Pink Pig“, des kuriosen 917/20, gehört dazu. Werk 83 baut diesen einmaligen Rennwagen bald in 1:18 nach.
Die Deko ist skurril, die Form revolutionär: Werk83 bringt den Porsche 917/20 „Rosa Sau“ in 1:18 und aus Die Cast
Foto: Werk

Nein, dieser Porsche 917 von 1971 ist alles andere als vegan. Auf seinem pinkfarbenen Karosseriekleid sind Beschriftungen wie „Rüssel“, „Schinken“, „Wamme“, „Kotelett“ und „Schwanz“ zu lesen. Deshalb bekam er auch den Spitznamen „Pink Pig“ oder „Rosa Sau“.

Doch hinter der optischen Gestaltung, die von einem Metzgermeister aus Zuffenhausen stammen könnte, versteckt sich bei diesem ganz speziellen Porsche 917/20 auch ein technisches Experiment. Von Beginn an war der Sportwagenhersteller bemüht, die Aerodynamik des 917 immer wieder zu verbessern. Dabei kam 1971 ein Entwurf der französischen Firma SERA ins Spiel. Das Team der Société d’Études et de Réalisation Automobiles, gegründet vom Ingenieur Charles Deutsch, hatte die Idee, eine neue Karosserie zu entwickeln, die eine Kombination aus Lang- und Kurzheck war. Der Wagen kam extrem breit und flach daher, hatte aber trotzdem ein relativ kurzes Happy End.

Dass dieses Konzept auf jeden Fall schnell war, bewies der Wagen in der Vorqualifikation für das 24-Stunden-Rennen von 1971 in Le Mans. Obwohl noch überhaupt nicht erprobt, gewann der 917/20 das Pre-Qualifying. Die Lackierung in ungewöhnlichem Pink mit den saustarken Beschriftungen ging dann auf den Zuffenhausener Designer Anatole Lapine zurück. Als der Wagen 1971 zum Rennen erstmals in diesem Dress aus dem Transporter rollte, soll Ferdinand Piëch wenig begeistert gewesen sein. Vom Startplatz sieben gingen Reinhold Joest und Willi Kauhsen mit der Nummer 23 ins Rennen. Der Wagen war immer mit bei der Musik, bis ihn erst Probleme mit der Benzineinspritzung, dann ein Unfall zum Aufgeben zwangen.

Heute ist die Rosa Sau längst Kult, und das veranlasst Werk83 dazu, ein Die-Cast-Modell des unübersehbaren Boliden in der Baugröße 1:18 mit rundum geschlossener Karosserie aufzulegen. Die wohlproportionierte Neuheit kostet 79,95 Euro und zeigt schon auf den ersten Blick eine originalgetreu inszenierte Dekoration. Auch das Renninterieur des extrabreiten und extrakurzen Porsche 917 haben die Entwickler in allen wichtigen Zügen prima umgesetzt. Werk83 baut die unschuldig-weiße Version vom Pre-Qualifying und zweimal die Startnummer 23 aus Qualifikation und Rennen, mit farblich unterschiedlichen „Cibie“- und „Shell“-Logos auf der Frontschürze. Kommen alle im vierten Quartal.

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