Simba Dickie baut neues Modellauto-UnternehmenModell-Auto-Union?

Andreas A. Berse

 · 04.01.2022

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Foto: Werk (1), W. Doppelhammer (1), C. Hoffmann (1)
Das erinnert fast an die historische Auto Union: Simba Dickie investiert in Minimax/Spark und bringt Schuco in ein neues Modellautounternehmen ein.

Es kommt auch wirtschaftlich Bewegung in die Modellautobranche. Florian Sieber, CEO der Simba Dickie Group: „Wir steigen bei Minimax/ Spark ein und bündeln damit unsere Modellautoaktivitäten, bringen Schu co in eine ganz neu geschaffene Modellautogruppe ein.“ MODELL FAHRZEUG weiß schon: Das neue Unternehmen geht am 1. Januar als „Spark Germany GmbH“ an den Start. Hugues Ripert, Besitzer von Minimax, das durch seine Spark- Modelle bei Sammlern bekannt ist: „Mit Fahrzeugen im Bereich des Rennsports sind wir seit Jahren erfolgreich.

Durch Schuco ergänzen wir unser Sortiment.“ Dickie-Geschäftsführer Oliver Naumann führt aus: „Die neue Struktur gibt uns die Möglichkeit, die Entwicklung und Produktion der Schuco-Modellautos unabhängig von Zulieferern zu steuern.“ Bedeutet übersetzt: Simba Dickie bekommt Zugriff auf die Fabriken von Minimax in China und Madagaskar. Ein wichtiges Pfund in Zeiten so unsicherer Lieferketten. Zumindest anfangs hat Hugues Ripert die Mehrheit im Unternehmen, Oliver Naumann fungiert als Geschäftsführer. Was bedeutet das bei den Synergien? Schuco hat viele Resineprojekte, die Spark in seinen Fabriken exzellent entwickeln und produzieren könnte.

Umgekehrt könnte Schuco von einem zivilen Porsche-Modell im deutschsprachigen Raum sicher höhere Stückzahlen verkaufen als Spark. Bei Produktion und Entwicklung können beide Partner voneinander lernen. Schuco soll weiter breit aufgestellt bleiben vom Oldtimer bis zum Traktor, bei Spark wird man sich auch in Zukunft auf Rennsport fokussieren. Beim Vertrieb sammelt Minimax bisher Vor-Orders ein und produziert passgenau nach Bestelleingang. Schuco hält dagegen ein Lager vor und macht so Nachbestellungen möglich. Hier müssten die Chefs einen goldenen Mittelweg finden, der beiden Marken gerecht wird. Schuco behält auch zunächst seinen eigenen Vertrieb.

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Ganz entscheidend wird aber eines sein: Lassen sich die beiden starken Marken auf Augenhöhe gegenseitig genug Freiheit für ihre Eigenarten, und wachsen die Unternehmensphilosophien durch beiderseitiges Verständnis zusammen? Und vielleicht vergrößert sich ja die neue Modellautogruppe mit neuen Marken noch sinnvoll weiter. Bisher wären es ja nur zwei Ringe. Die Auto Union hatte deren vier als Emblem, die auch für vier unterschiedliche Marken standen. Da wäre also noch etwas Platz.

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