Andreas A. Berse
· 21.03.2024
Einmal parkte der beige Schuco-Bus sogar als abenteuerliches Expeditionsfahrzeug „Kilimandscharo“ im Schaufenster meines Lieblingsgeschäfts für Modellautos. Dieser Laden hieß „Das Kinderparadies“, und wenige Jahre später durfte ich dort bei der Inventur helfen. Als Dankeschön obendrauf gab es dann zwei Eintrittskarten für den Besuch der Spielwarenmesse in Nürnberg. Ab 18 durfte und konnte ich so rein, mir in der Frankenmetropole die Nase an den Glasscheiben der Aussteller platt drücken und mit gefühlten zwei Zentnern wunderbarer Prospekte für die Rückfahrt in den D-Zug steigen. Was für ein Glück!
Den Mercedes-Benz 408 hat auch Schuco nicht vergessen und Jahrzehnte später wiederentdeckt. Die fränkische Modellautomarke legte gleich zwei unterschiedliche Karosserien auf: einmal einen normalen geschlossenen Lieferwagen und einmal einen Rettungswagen mit zweiter Tür auf der rechten Seite und wahlweise Dachfenster in der Mitte.
Zwischen 2009 und 2012 lieferten die Schuco-Entwickler immerhin in kurzer Zeit neun verschiedene Versionen des Alleskönners von Mercedes-Benz aus. Erstaunlich aus heutiger Sicht sind die Auflagen: Es waren mindestens 1000 Stück. Von der „Jägermeister“-Version - bei Rennfans sehr beliebt – produzierten die Franken sogar satte 1500 Einheiten. Und dabei ging es auch in die Details. Die Einsatzfahrzeuge hatten Dachleuchten in unterschiedlichen Konfigurationen, es gab sogar Dachschilder, und bei dem Feuerwehr-Fahrzeug aus Wasserzell extrem filigran gestaltete Dachaufbauten inklusive zusätzlicher Leitern, die oben verstaut waren. Wie das Original war der 408 auch in 1:43 sehr wandlungsfähig.
Der Mercedes-Benz L 408 von Schuco in 1:43