Andreas A. Berse
· 30.10.2023
D er Zeit voraus zu sein, ist immer interessant. Deshalb erhielt Porsche vom Bundesministerium für Forschung und Technik 1975 den Auftrag, den Rettungswagen der Achtziger zu entwickeln. Die Abkürzung „SAVE“ stand dabei für „Schnelle Ambulante Vorklinische Erstversorgung“. Die Entwicklung lief bis in die frühen Achtziger hinein, und es entstanden komplette Versuchsträger, die auch im harten Einsatz in ganz Deutschland getestet wurden, um sie immer wieder in verschiedenen Schritten zu optimie- ren. Das Clevere daran: Der Rettungswagenaufbau im Heck war modular konstruiert und konnte mit verschiedenen Basisfahrzeugen wie Mercedes L 207 oder VW LT 28 kombiniert werden. Und: Der Aufbau besaß eine separate Federung, um die Patienten zu schützen und die Untersuchungen zu erleichtern. Doch es kommt noch besser: Er ließ sich auf ausfahrbaren Stützen sicher fixieren. Das Basisfahrzeug konnte dann wegfahren.
Zu diesem sehr innovativen Konzept, von dem viele Details heute längst in die moderne Rettungswagen-Technik eingeflossen sind, gibt es im Archiv eine handgefertigte Holzkiste mit einem Mustermodell, das im angenäherten Maßstab 1:12 gehalten ist. Nur der absetzbare Aufbau im Heck konnte sich in 1:1 nicht durchsetzen. Er war wohl zu teuer. Aber: Genau dieses wegweisende Feature ist beim fein dekorierten Modell, das allerdings keine Inneneinrichtung hat, originalgetreu umgesetzt. Als Basis fungiert bei dem wohlproportionierten Designmodell der Volkswagen Transporter LT, dessen Chassis bei der Miniatur ebenfalls vorbildgerecht nachempfunden ist.
So kann dieser Meilenstein der Entwickler, der sich um ein Zukunftsprojekt weit abseits der Sportund Rennwagenmaterie dreht, im Archiv besichtigt werden. Das Modell nutzte Porsche im Entwicklungsprozess später dazu, um den Experten aus dem Rettungswesen das grundsätzliche Layout dieses Fahrzeugs deutlich zu machen. Modelle können Erklärer sein. Auch die aus dem Porsche-Archiv.