G-VolutionZwei Mercedes G-Klassen aus Aachen in 1:18

G.Ipfel

 · 06.05.2022

G-Volution: Zwei Mercedes G-Klassen aus Aachen in 1:18Foto: C. Hoffmann

Zwei G-Klassen in 1:18 aus Aachen zeigen, wie sich der Dauerläufer über die Jahre hinweg verändert hat.

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Foto: C. Hoffmann

Wenn es Nachhaltigkeit im Design gibt, dann gebührt der G-Klasse von Mercedes-Benz neben dem 911er von Porsche sicher die Goldmedaille dafür. Der kantige Geländewagen ist ein bleibender Wert, eine knorrige Konstante, und das auch, obwohl er sich im Markt vom eher rustikalen Postzusteller zum schicken Luxus-SUV gehäutet hat. John Wayne und Robert Mitchum haben in ihren Western schließlich auch ganz unterschiedliche Charaktere verkörpert, Cowboys waren sie aber fast immer.

Verlagssonderveröffentlichung

So geht es auch dem G-Modell. Und wir Sammler verdanken es einem Epizentrum für Modellautofans in Aachen, dass sich bei diesem Thema ein interessanter Vergleich in 1:18 anbietet. Wir haben da mal willkürlich zwei Kandidaten ausgewählt. Denn seit dem Frühjahr lässt sich die Ur-Version des G-Modells von 1980 mit geschlossener Die-Cast-Karosserie für rund 100 Euro von Minichamps dem passenden G63 AMG samt langem Radstand von Almost Real, Baujahr 2015, gegenüberstellen. Letztgenannter hat bewegliche Türen wie Hauben und kostet im Fachhandel 289,95 Euro. Er ist bereits lieferbar.

Beide treten mit Karosserien aus Die Cast an, beide haben lenkbare Vorderräder, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Beginnen wir mit dem Ur-Modell von Minichamps aus dem Baujahr 1980, das wir als Muster in Sandbeige zeigen können. Stahlfelgen ohne Radkappen, keine Kotflügelverbreiterungen, Rückspiegel, die auch einem Rundhauber-Lkw gut stehen würden, sowie schmale, in Schwarz lackierte Front- und Heckschürzen lassen diese 1:18-G-Klasse noch höher und schmaler wirken, als sie es ohnehin ist. Zudem: Hinten gibt es eine damals aufpreispflichtige, doppelflügelige Tür. Das Reserverad hängt nicht außen im Heck. Das Interieur mit dem spindeldürren Lenkradkranz sucht seinen Charme zwischen Jagdwagen und Leatherman. Die Sitze könnten sich auch in einer S-Bahn wiederfinden. Aber: Alles ist höchst präzise montiert und originalgetreu koloriert, bis zur Dreifarbigkeit der geriffelten Rückleuchten. Und: Das 1:18-Chassis entschlüsselt den Allradcharakter.

Kann der G63 von Almost Real alles besser? Ja, aber vor allem auch anders. Der V8 unter der zu öffnenden Fronthaube ist ein verkabelter Ingenieurstraum samt Teleskopdämpfer-Aufsteller für die Haube. Felgen, Schürzen und Verbreiterungen machen auf dicke Hose, die Lackierung in Designo-Wüstensand-Uni will Applaus erheischen, Sitze, Teppichboden im Interieur und Kofferraum wirken wie Rapper-Luxus mit Goldkettchen, und das Allradchassis ist in Kolorierung und Montagequalität ein furioses Technikmeisterwerk.

Und doch bleibt als interessanteste Erkenntnis aus diesem Vergleich: Beide Modelle sind konsequent, hier die werkzeugartige Kargheit, dort das Prunk-Füllhorn. Und: Beides ist originalgetreu. Schließlich kann ein G-Modell einfach alles.