Andreas A. Berse
· 25.09.2024
Am 23. Juni ging er an den Start. 24 Stunden später war er ein Held. Der Ferrari 330 TRI siegte 1962 in Le Mans, bei seinem einzigen Renneinsatz für die Scuderia, und ist bis heute der letzte Frontmotor-Rennwagen, der an der Sarthe den Gesamtsieg einfuhr.
Technisch war der Wagen ein erfolgreiches Puzzle-Spiel und ein Rückblick auf die Fünfziger: Das Fahrgestell spendete der 250 TRI (aus der Fahrgestellnummer 0780 wurde die neue 0808), den Motorblock der 400 Superamerica, Zylinderköpfe, Kolben, Ventilantrieb und Trockensumpfschmierung stammten aus dem 250 Testa Rossa. Der Motor wurde schräg und nach links versetzt eingebaut. Dadurch wuchs der Radstand auf 2420 Millimeter.
Nach 331 Runden, einer einzigen mehr als die Typenbezeichnung, rollte die Startnummer 6 von Olivier Gendebien und Phil Hill als Sieger über die Linie – vor zwei 250 GTO. Ferrari war mit sechs Le-Mans-Siegen nun der einsame Rekordhalter. Dank eines Baukasten-Konzepts aus den Fünfzigern. Grandios!
Werk83 hat den Mut, dieses Auto, das nur ein einziges Rennen für Ferrari absolvierte, später für das NART-Team von Luigi Chinetti bei den 400 km Bridgehampton siegte und Zweiter beim Großen Preis von Kanada sowie der Preliminary Governor‘s Trophy wurde, in 1:18 aus Die Cast zu bauen.
Wir zeigen hier den Le-Mans-Sieger mit der Nummer 6 und die sogenannte „Prova“-Präsentationsversion ohne Startnummer. Die Vergaser-tröten verstecken sich unter einer transparenten Verkleidung. Die offene Karosserie zeigt feine Cockpit-Details und Teile des Rohrrahmens. Die Speichenräder wirken filigran. 79,95 Euro stellt Werk83 für diesen interessanten Meilenstein der Le-Mans-Historie in Rechnung. Könnte auch ein Siegertyp werden.