Andreas A. Berse
· 26.05.2026
Der italienische Alfa-Händler Gianfranco Mantovani alias „Wainer" baute 1974 einen Alfasud ti mit zwei 1,2-Liter-Boxermotoren zum Allrad-Rallyefahrzeug um. Das Einzelstück mit 136 PS und gekoppelten Getrieben wurde 2021 bei RM Sotheby's versteigert. Laudoracing bringt den passenden 1:18er.
Was macht man, wenn der Alfasud ti mit seinen 68 PS für Rallyes einfach zu schlapp ist? Man könnte einen stärkeren Motor einbauen. Oder man macht es wie der Alfa-Händler Gianfranco Mantovani aus Italien, der aus welchem Grund auch immer „Wainer" genannt wurde: Der Mann baute im Jahr 1974 kurzerhand einen zweiten Motor ein. Und zwar dort, wo normalerweise die Rückbank sitzt. Der Alfasud nannte sich folglich “Bimotore”.
Zwei Mal 1,2-Liter-Boxer ergeben zusammen 136 PS – das war 1974 eine Ansage in der kompakten Klasse. Anders als beim legendären Citroën 2CV Sahara, der ebenfalls mit Doppelmotor unterwegs war, hat Wainer die beiden Aggregate sauber gekoppelt. Es gibt nur eine Kupplung und einen Schalthebel. Der Clou: Beide Motoren müssen immer laufen, sonst geht nichts. Klar, dass der Bimotore über Allradantrieb verfügt – schließlich soll die Kraft auch auf die Piste kommen.
Die technische Umsetzung ist aufwendig: Seitliche Einlässe sorgen für genügend Frischluft für den Mittelmotor, der Tank wanderte in den Kofferraum. Im Innenraum dürfte es ziemlich laut zugehen, aber das stört auf der Rallyestrecke niemanden. Ob der Alfasud Bimotore tatsächlich erfolgreich Rennen bestritten hat, darüber schweigen die Quellen leider.
Das Einzelstück aus der Werkstatt von Wainer ist definitiv eine Resine-Verkleinerung wert – und tatsächlich gibt es von Laudoracing Models eine Miniatur in 1:18. Der Original-Alfasud wurde im Februar 2021 bei RM Sotheby's in Paris versteigert. Ein kerniges Stück italienischer Rallyegeschichte, das zeigt: Manchmal ist die radikale Lösung die beste.
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