Andreas A. Berse
· 30.08.2023
Als der Papa sich einen nagelneuen BMW 1800 kaufte, war die Autoleidenschaft beim Sohn Joachim entfacht. Später rückte der Motorsport in den Mittelpunkt: „Mein ältester Bruder hatte die ,auto motor und sport’. Die Geschwindigkeit, das Risiko und das Können haben mich immer fasziniert.“ Weil das Budget knapp war, startete Hambücher eine Karriere als Modellbauer, die bis heute, ins Alter von 68 Jahren, anhält.
Der Könner erinnert sich: „Solido hatte preiswerte Rennwagenmodelle, die von der Form her gar nicht schlecht waren. Die habe ich dann gesupert und umgebaut.“ Lackieren ließ er die Miniaturen von einem befreundeten Fachhändler, aber den Feinschliff und die Details toppte Hambücher in Eigenregie. Dann schaltete der Enthusiast einen Gang höher: „Na ja: Die Rennatmosphäre, das ganze Drumherum, das hat mich immer fasziniert. Also mussten die passenden Dioramen her.“ Bei den Fahrzeugen ist der Fan flexibel: „Ein preiswertes Modell von einem Lieferwagen aus einer Kioskserie in 1:43 als Ausschmückung kann mich genauso begeistern wie ein sündhaft teures Handarbeitsmodell, das eine Lücke im Starterfeld schließt. Das ist mir eigentlich egal.“
Die Schöpfungen von Hambücher sind so exklusiv, dass er seine Schätze bereits ausstellt. Er liefert die Miniaturen für die Röhrl-Dioramen im Hans-Peter Porsche Traumwerk in Anger, hat BMW-Modelle im renommierten Münchner Museum der Marke stehen und spendierte dem Technik-Museum in Sinsheim seine Le-Mans-Dioramen mit den Themen „Fahrerlager aus den Fünfzigern“, „1966“, „1970“, „1982“, „Millennium“ und „Neu“ als Leihgabe. Über 4500 Modelle in 1:43 sind so über die Jahre bei dieser Sammelleidenschaft zusammengekommen. Im Rallye-Fuhrpark von Hambücher gibt es in 1:43 allerdings noch zwei schmerzliche Lücken: die Monte-Sieger Allard J2 von 1952 und den Ford Zephyr von 1953. Doch der Mann aus Stuttgart weiß: „Das Finden ist doch der Spaß bei der Suche. Also: Die beiden krieg ich auch noch.“