Race of Champions: Porsche 911 (964) von Solido und GT Spirit in 1:18

ModellfahrzeugRace of Champions: Porsche 911 (964) von Solido und GT Spirit in 1:18

 

1.6.2021, Lesezeit: 4 Minuten

Ein Konzern, Z-Models, baut unter Solido und GT Spirit zwei RS-Elfer der Generation 964 in 1:18. Macht das Sinn?

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Der gelbe 911 (964) RS 3.8 von Solido aus Die-Cast tritt gegen den roten RS 3.6 Clubsport von GT Spirit im Maßstab 1:18 aus Resine an
Der gelbe 911 (964) RS 3.8 von Solido aus Die-Cast tritt gegen den roten RS 3.6 Clubsport von GT Spirit im Maßstab 1:18 aus Resine an
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Das Solido-Modell hat bewegliche Türen, ist sehr sauber lackiert und geizt auch nicht bei der Dekoration
Das Solido-Modell hat bewegliche Türen, ist sehr sauber lackiert und geizt auch nicht bei der Dekoration
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Der Elfer von GT Spirit aus Resine ist in einigen Finessen noch einen Tick ausgeklügelter und wirkt außerdem wie eine Skulptur aus einem Guss
Der Elfer von GT Spirit aus Resine ist in einigen Finessen noch einen Tick ausgeklügelter und wirkt außerdem wie eine Skulptur aus einem Guss
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Der gelbe 911 (964) RS 3.8 von Solido aus Die-Cast tritt gegen den roten RS 3.6 Clubsport von GT Spirit im Maßstab 1:18 aus Resine an
Das Solido-Modell hat bewegliche Türen, ist sehr sauber lackiert und geizt auch nicht bei der Dekoration
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Der Elfer von GT Spirit aus Resine ist in einigen Finessen noch einen Tick ausgeklügelter und wirkt außerdem wie eine Skulptur aus einem Guss
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Dass viele Anbieter einen Porsche 911 in 1:18 im Programm haben, ist ganz normal. Dass Z-Models aber einen 964er vom Elfer in zwei völlig unterschiedlichen Macharten im Bburago-Maßstab in seinem Konzern bereithält, macht die Sache schon viel interessanter. Beginnen wir mit dem speed-gelben Carrera RS 3.8, den Solido zum Kampfpreis von 45 Euro auf den Markt bringt – als schweres Zinkdruckgussmodell mit satter Lackierung, beweglichen Türen an Klappscharnieren und erstaunlich präzisen Spaltmaßen. Der Elfer-Knaller parkt in einer blau-weißen Fensterbox und ist dort verschraubt. Gut, der Unterboden ist recht einfach gestaltet, die Kehrseite des Sechszylinder-Boxers nur aufgraviert und in hellem Silber schablonenlackiert, aber das war es dann auch schon mit den auf den ersten Blick sichtbaren Sparmaßnahmen. Die Vorderräder des RS lassen sich lenken. Die beim Vorbild mehrteiligen Felgen haben gesilberte Fünfarm-Innenteile, die gelochten Bremsscheiben knallrote Sättel.

Das Porsche-Emblem auf der Fronthaube ist unter der Lupe lesbar, das „RS 3.8“ in die Seitenteile des Heckflügels akkurat eingesetzt, und der Schriftzug „Carrera RS“ findet sich auf der Motorhaube und innen in Gelb auf der Rückwand im Fond. Auch winzige Anbauteile wie die Seitenblinker in den vorderen Kotflügeln sind exakt montiert. Wer die Türen öffnet, entdeckt ein schwarzes Sportwageninterieur mit originalgetreuem Lenkrad und bester Instrumentierung. Aber dann kommen die Leichtbausitze: Rückteil in Gelb lackiert, Gurtschlösser mit orangefarbener Verzierung, sonst dominiert Schwarz, die Sitzspiegel je doch sind in Silbergrau abgesetzt. Das geht kaum besser. Ein Sparheimer? Fehlanzeige! Die Schlitze im Heckflügel sind durchbrochen, die Heckscheibe trägt eine Gravur für die Heizfäden. Taucht eigentlich nur eine wichtige Frage auf: Wo hat Solido hier gespart, um diesen Verkaufspreis zu erreichen? Bei der Verarbeitung? Bei unserem Fotomuster nicht. Beim Lack und der Deko? Ebenfalls Fehlanzeige. In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte es schwer sein, diesen gelben RS 3.8 der französischen Traditionsmarke für Modellautos zu toppen. Die Konkurrenz von GT Spirit kostet ab rund 100 Euro, manchmal auch gerne 120.

Die Franzosen liefern ihre Resinemodelle in dunkelgrauer Edelbox, sicher verpackt und verschraubt in Styropor. Das Vorbild hier: ein indischrotes Coupé des 911 (964) RS 3.6 Clubsport, das ohne großen Flügel auskommen darf. Okay: Der Lack auf der geschlossenen Karrosserie ist etwas dünner und glänzt trotzdem so satt wie beim Die-Cast-Konkurrenten. Die Scheiben schließen minimal besser mit der Karosserie ab, die Scheibenrahmen sind nicht so stark erhaben graviert wie beim Zinkdruckguss-Konkurrenten. Der Clubsport rollt auf einteiligen Fünfarmfelgen mit gelochten Scheiben und schwarzen Sätteln. Die Vorderräder sind nicht lenkbar. Türgriffe und Seitenblinker haben die Produzenten einzeln eingesetzt, erstere schließen aber noch bündiger mit der Karosserie ab. Im Interieur kann der Clubsport 3.6 von GT Spirit mit zwei Features punkten. Seine Leichtbausitze haben Mehrpunktgurte, und die hat GT Spirit originalgetreu im Sitz verlegt. Die Sitze tragen „Recaro“-Schriftzüge, die Gurte solche von „Schroth“. Dazu gibt es im Fond einen Überrollkäfig mit Diagonalrohr, der ebenso in Rot lackiert ist wie die Bleche im Rücksitzbereich. Aber beim Unterboden herrscht Gleichstand zwischen beiden Kontrahenten. Der rote Resinerenner von GT Spirit wirkt insgesamt einen Tick feiner und, da er eben eine geschlossene Karosserie hat, noch stärker wie aus einem Guss, fast wie eine Skulptur.

Die Unterschiede sind allerdings wirklich lupentauglich. Beispiel: Der Schriftzug „Carrera RS“ auf der Motorhaube ist bei Solido „nur“ aufgedruckt, bei GT Spirit, das zeigt der Fingertest, erhaben umgesetzt. Und: Es gibt definitiv Gleichbauteile wie im Bereich der transparenten Einsätze für die Frontscheinwerfer und die Türgriffe. Das Cleverste aus Sicht von Z-Models, dem beide Labels Solido und GT Spirit gehören: Du machst einmal ein umfassendes Research zum Thema Porsche 911 (964) als RS und kannst zwei unterschiedliche Kundengruppen mit maßgeschneiderten Produkten bedienen. Das spart jede Menge Geld. Resine und Zinkdruckguss machen es möglich. Und für den Autor ist seine ganz persönliche Entscheidung total einfach. Für das Geld, das er gegenüber dem Resinemodell von GT Spirit spart, kauft er sich von Solido noch zusätzlich den indischroten Porsche 911 (964) Turbo 3.6 und hat dann gleich doppelten Spaß damit. Genug Platz in den Vitrinen ist ja wohl noch da.