Mr. Moss Miglia: Nachruf auf Rennfahrer Stirling Moss

ModellfahrzeugMr. Moss Miglia: Nachruf auf Rennfahrer Stirling Moss

Andreas A.Berse 

1.7.2021, Lesezeit: 2 Minuten

Stirling Moss ist tot. Er begann auf britischen Rennern und beschleunigte auf der Mille Miglia 1955 zur Legende. Moss-Renner parken in vielen Sammlervitrinen.

Bild 6
Foto: M. Bolsinger, CK-Modelcars (1), Daimler-Archiv (3)
Der W196er auf dem „Blauen Wunder“ von iScale in 1:18
Der W196er auf dem „Blauen Wunder“ von iScale in 1:18
Foto: M. Bolsinger, CK-Modelcars (1), Daimler-Archiv (3)
Moss-Renner en miniature: Mercedes 300 SLR „722“ von CMC
Moss-Renner en miniature: Mercedes 300 SLR „722“ von CMC
Foto: M. Bolsinger, CK-Modelcars (1), Daimler-Archiv (3)
Bild 3
Foto: M. Bolsinger, CK-Modelcars (1), Daimler-Archiv (3)
Stirling Moss war als Rennfahrer ein Allrounder, den aber seine Wahnsinnshatz bei der Mille Miglia 1955  auf der„722“ unsterblich machte
Stirling Moss war als Rennfahrer ein Allrounder, den aber seine Wahnsinnshatz bei der Mille Miglia 1955 auf der„722“ unsterblich machte
Foto: M. Bolsinger, CK-Modelcars (1), Daimler-Archiv (3)
Bild 5
Foto: M. Bolsinger, CK-Modelcars (1), Daimler-Archiv (3)
Bild 6
Foto: M. Bolsinger, CK-Modelcars (1), Daimler-Archiv (3)
Der W196er auf dem „Blauen Wunder“ von iScale in 1:18
Der W196er auf dem „Blauen Wunder“ von iScale in 1:18
Foto: M. Bolsinger, CK-Modelcars (1), Daimler-Archiv (3)
Der W196er auf dem „Blauen Wunder“ von iScale in 1:18
Moss-Renner en miniature: Mercedes 300 SLR „722“ von CMC
Bild 3
Stirling Moss war als Rennfahrer ein Allrounder, den aber seine Wahnsinnshatz bei der Mille Miglia 1955  auf der„722“ unsterblich machte
Bild 5
Bild 6

Am Anfang blieb er den Boliden von der Insel treu. Erste Rennen fuhr Stirling Moss auf ERA, Connaught, Cooper, übrigens auch mit Borgward-Motor, Vanwall, BRM und Lotus. Er galt als Universalgenie: Egal ob Formel 3, 2 und 1 oder aber Sportwagen – der Londoner war auf beinahe jedem Wagen unverschämt schnell. 1954 wirbelte er die Königsklasse mit dem zickigen Maserati 250F durcheinander, ein Jahr später köderte ihn Alfred Neubauer zu den Mercedes-Silberpfeilen. Dort landete er aber in der Formel 1 auf dem zweiten Platz. Juan Manuel Fangios Schuld. Dafür machte er sich 1955 bei der Mille Miglia in 10:07,48 Stunden zusammen mit seinem Beifahrer Denis Jenkinson unsterblich, auf dem silbernen Rennsportwagen mit der Startnummer „722“, einem 300 SLR. Ein nie mehr erreichter Stundendurchschnitt von 157,65 km/h, eine Fabelhatz, die bis heute nicht zu knacken war. Nach einem schweren Unfall in Goodwood beendete der Brite seine Karriere 1962 nach 16 GP-Siegen, vier F1-Vizeweltmeisterschaften und einem Gesamtsieg in Sebring sowie dem Klassensieg in Le Mans mit Aston Martin. Unvergessen bleibt, wie der Brite sich 1958 nach dem GP Portugal für seinen Landsmann Mike Hawthorn einsetzte, der disqualifiziert werden sollte. Die Rennleitung hob ihr Urteil auf, was Fairplayer Moss in dieser Saison am Ende den Titel kosten sollte.

Stirling-Moss-Miniaturen dürften dieses Jahr auch bei den Sammlern wieder beschleunigen. Legendär sind in 1:18 der 722er von CMC, wahlweise auch auf dem Renntransporter „Blaues Wunder“ verladen, oder die Maserati 250F sowie Birdcage Tipo 61 derselben Manufaktur und die Mercedes W196 von iScale oder die passenden 1:43er von Minichamps, Matrix und Spark. Matrix hat außerdem in 1:43 den Ferrari 250 GT, Sieger RAC Tourist Trophy 1961, und den Aston Martin DBR1, Zweiter Silverstone 1959, im Programm. In 1:18 bauten die Niederländer zu allem Überfluss noch den Lister-Jaguar von Moss aus Silverstone 1958. Bubmobil widmete dem Gentlemandriver ein Doppelset aus 300 SL und 300 SLR „722“ in 1:87, Busch Miniaturen in H0 zum W196, Tecnomodel einen Resine-1:18er zum Lotus 18, dem Monacosieger von 1961. Brumm fertigt den Cooper T51 in 1:43, Ixo den Jaguar Mk VII, mit dem der Brite 1952 bei den Tourenwagen in Silverstone die Konkurrenz auf die Plätze verwies. O-Ton Moss zu seinem Racerleben: „Wenn alles unter Kontrolle ist, fährst du nicht schnell genug.“