Schwarze Serie: Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18

ModellfahrzeugSchwarze Serie: Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18

Andreas A.Berse 

18.6.2021, Lesezeit: 4 Minuten

Nach Rückschlägen musst du aufstehen. Das bewies Lotus mit seinen Typen 77 und 91, die Tecnomodel jetzt aus Resine in 1:18 baut.

Der Lotus 91 tritt in einigen Versionen sogar ohne den gewohnten Frontspoiler an. Die goldene Dekoration ist originalgetreu.
Der Lotus 91 tritt in einigen Versionen sogar ohne den gewohnten Frontspoiler an. Die goldene Dekoration ist originalgetreu.
Foto: Werk
Die beiden Lotus Typ 77 parken auf unserem Aufmacherbild oben, die Formel-1-Renner des Lotus 91 stehen unten und rechts
Die beiden Lotus Typ 77 parken auf unserem Aufmacherbild oben, die Formel-1-Renner des Lotus 91 stehen unten und rechts
Foto: Werk
Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
Foto: Werk
Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
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Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
Foto: Werk
Beide Lotus-Zigarren im Look von „John Player Special“ setzt Tecnomodel in 1:18 und aus Resine sehr detailliert um
Beide Lotus-Zigarren im Look von „John Player Special“ setzt Tecnomodel in 1:18 und aus Resine sehr detailliert um
Foto: Werk
In beiden Fällen präsentieren sich die Radaufhängungen der Resine- Flitzer von Tecnomodel sehr filigran. Auch die V8 sind top.
In beiden Fällen präsentieren sich die Radaufhängungen der Resine- Flitzer von Tecnomodel sehr filigran. Auch die V8 sind top.
Foto: Werk
Der Lotus 91 tritt in einigen Versionen sogar ohne den gewohnten Frontspoiler an. Die goldene Dekoration ist originalgetreu.
Der Lotus 91 tritt in einigen Versionen sogar ohne den gewohnten Frontspoiler an. Die goldene Dekoration ist originalgetreu.
Foto: Werk
Die beiden Lotus Typ 77 parken auf unserem Aufmacherbild oben, die Formel-1-Renner des Lotus 91 stehen unten und rechts
Die beiden Lotus Typ 77 parken auf unserem Aufmacherbild oben, die Formel-1-Renner des Lotus 91 stehen unten und rechts
Foto: Werk
Die beiden Lotus Typ 77 parken auf unserem Aufmacherbild oben, die Formel-1-Renner des Lotus 91 stehen unten und rechts
Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
Lotus 77 und 91 von Tecnomodel in 1:18
Beide Lotus-Zigarren im Look von „John Player Special“ setzt Tecnomodel in 1:18 und aus Resine sehr detailliert um
In beiden Fällen präsentieren sich die Radaufhängungen der Resine- Flitzer von Tecnomodel sehr filigran. Auch die V8 sind top.
Der Lotus 91 tritt in einigen Versionen sogar ohne den gewohnten Frontspoiler an. Die goldene Dekoration ist originalgetreu.

Fast jeder Rennstall balancierte in der Frühphase der Formel 1 auch einmal nahe am ab Abgrund. Das Lotus-Team von Colin Chapman war darin sogar Experte. 1976 hatte der britische Rennstall nach dem Weltmeisterauto von Jochen Rindt, dem Typ 72, vier Flops hintereinander entwickelt. Den Typ 77 baute deshalb ein Expertenteam aus Geoff Aldridge und Peter Wright für das Monocoque, Len Terry und Martin Ogilvie für die Aufhängung der Räder und Tony Southgate für das Gesamtkonzept. In der Saison 1976 wurde der schwarze Flitzer im Look von „John Player Special“ von Rennen zu Rennen besser. Lotus hatte ein Baukastenfahrzeug entworfen mit flexiblem Radstand und Spur, verstellbarem .berrollbügel und Schürzen, die sich nachrüsten ließen. Die Experten verstanden ihr Auto immer besser und passten es erfolgreich an die Rennstrecken an. Der Lernprozess hatte aber erst zu spät Erfolg. Im allerletzten Rennen, dem Großen Preis von Japan in Fuji, holte Mario Andretti den Sieg. Tecnomodel baut vom Typ 77 folgende Varianten:

  • Lotus 77, Nummer 5, Mario Andretti, Sieger GP Japan 1977
  • Lotus 77, Nummer 6, Gunnar Nilsson, GP von Monaco
  • Lotus 77, Nummer 5, Ronnie Peterson, GP Brasilien
  • Lotus 77, Nummer 6, Mario Andretti, GP Brasilien

Drei Dinge stechen dem Sammler zuerst ins Auge: die makellose Dekoration im schwarz-goldenen „John- Player-Special“-Design, die für ein Resinemodell überraschend filigranen Aufhängungen des Monoposto mit verstellbaren Achsgeometrien und die umfangreichen Veränderungen von Variante zu Variante, zum Beispiel im Bereich der Spoiler, die Tecnomodel seinen Verkleinerungen gönnt. Alle Versionen baut Tecnomodel beim Lotus 77 nur 100-mal. Noch härter traf es Lotus zum Start der Saison 1982. Da Lotus im Vorjahr 1981 mit dem alten Typ 87 antreten musste, hagelte es schlechte Ergebnisse. Der eigentlich geplante Lotus 88 war von der FIA als illegal aussortiert worden. Hauptsponsor Essex zog sich daraufhin genervt zurück. Erst als „John Player Special“ sein Budget erhöhte, war die Zukunft des Teams für 1982 dank Zigarettenqualm gesichert. Der neu vorgestellte Typ 91 hatte zwar die beste Aerodynamik im gesamten Starterfeld, aber leider nur einen V8- Saugmotor von Cosworth mit gerade einmal 490 Pferdestärken im Heck. Gegen die viel leistungsfähigeren Turbo-Motoren der Konkurrenz waren Siege also eher nicht zu erwarten. Immerhin gelang dies Elio de Angelis beim Großen Preis von Österreich, und Nigel Mansell kam in Brasilien als Dritter ins Ziel. De Angelis gewann, weil alle Turbos mit Motorschäden ausfielen, mit einem Hauch von 0,05 Sekunden vor Keke Rosberg. Mansell wurde am Ende der Saison immerhin Sechster in der Fahrerwertung. Auch vom Lotus 91 will Tecnomodel 2021 vier verschiedene 1:18-Versionen aus Resine liefern und limitiert diese Neuheiten auf jeweils 100 Stück weltweit. Die Italiener planen mit:

  • Lotus 91, Nummer 11, Elio de Angelis, Sieger GP von Österreich 1982
  • Lotus 91, Nummer 12, Nigel Mansell, GP von Monaco 1982
  • Lotus 91, Nummer 11, Elio de Angelis, GP von Monaco 1982
  • Lotus 91, Nummer 12, Nigel Mansell, GP Großbritannien 1982

Die beiden weiteren Piloten, die den Lotus 91 in der Saison 1982 fahren durften, Roberto Moreno, der in den Niederlanden im Cockpit saß, und Geoff Lees, der beim Großen Preis von Frankreich ins Lenkrad griff, lässt Tecnomodel also bei seinen Planungen links liegen. Dafür fallen auch hier wieder die deutlich sichtbaren Unterschiede zwischen den vier Monoposto-Versionen dem aufmerksamen Betrachter auf. Zudem zeigen die Modelle aus dieser Formel-1-Ära noch weitestgehend unverkleidete Motoren im Heckbereich, sodass von dem Cosworth-V8 und der speziell maßgeschneiderten Lotus-Auspuffanlage feine Finessen zu erkennen sind. Das gilt auch für das Cockpit, weil Tecnomodel hier ja keine Fahrerfiguren verbaut, sodass es freie Sicht auf die entsprechenden Details gibt. Auch beim Typ 91 hat die Firma aus dem italienischen Opera die goldene Dekoration des Sponsors „John Player Special“ auf der schwarz lackierten Außenhaut präzise umgesetzt. Da sitzt alles an der richtigen Stelle. Verchromte Felgen mit goldfarbenen Innenteilen runden die Modelle überzeugend ab. Um die 230 Euro sind wegen der knappen Limitierungen und der makellosen Verarbeitung dieser beiden Lotus-Neuheiten angemessen. Mit diesen insgesamt acht Neuheiten etablieren sich die Resine-Spezialisten aus Norditalien endgültig als Könner in Sachen historische F1-Rennwagen.