Kleinserien-Insider: Großer Junge liebt Alfa Romeo

ModellfahrzeugKleinserien-Insider: Großer Junge liebt Alfa Romeo

Andreas A.Berse 

23.6.2021, Lesezeit: 3 Minuten

Nicht immer kommen Modelle aus China. Gulp Model, Spezialist für Alfa-Romeo- Verkleinerungen aus Resine im Maßstab 1:43, entwickelt, plant und produziert seine Miniaturen in Italien, in Mailand. Marco Sambataro, der Mann hinter dem Label, begann wie viele seiner Kollegen als Sammler und Modellautofan – machte seine Leidenschaft zum Beruf.

1900 C Astral Spider Bones - chi als 1:43-Modelle aus Resine
1900 C Astral Spider Bones - chi als 1:43-Modelle aus Resine
Foto: Autopioneer (4)
Alfa Romeo 6C 2500 Carrozzeria Telaio Cabi Cattaneo
Alfa Romeo 6C 2500 Carrozzeria Telaio Cabi Cattaneo
Foto: Autopioneer (4)
Alfa Romeo Giulietta Aerodinamica
Alfa Romeo Giulietta Aerodinamica
Foto: Autopioneer (4)
Alfa Romeo 6 C 1650 Sport Carrozzeria Aprile
Alfa Romeo 6 C 1650 Sport Carrozzeria Aprile
Foto: Autopioneer (4)
1900 C Astral Spider Bones - chi als 1:43-Modelle aus Resine
1900 C Astral Spider Bones - chi als 1:43-Modelle aus Resine
Foto: Autopioneer (4)
Alfa Romeo 6C 2500 Carrozzeria Telaio Cabi Cattaneo
Alfa Romeo 6C 2500 Carrozzeria Telaio Cabi Cattaneo
Foto: Autopioneer (4)
Alfa Romeo 6C 2500 Carrozzeria Telaio Cabi Cattaneo
Alfa Romeo Giulietta Aerodinamica
Alfa Romeo 6 C 1650 Sport Carrozzeria Aprile
1900 C Astral Spider Bones - chi als 1:43-Modelle aus Resine

Er hat angefangen wie fast alle seiner Kollegen aus der Kleinserie. Marco Sambataro, der Kopf hinter dem Mailänder Label Gulp Model: „Ich bin ein 54-jähriger Junge. Und als ich klein war, habe ich mit Modellautos gespielt. Matchbox in 1:76, aber auch die 1:43- Modelle von Mebetoys, Politoys und Solido oder Norev haben mich fasziniert.“ Marco hatte einen guten Lehrer. Sein Vater animierte ihn dazu, die Verkleinerungen zu verbessern und umzubauen. Sambataro: „Da wurde aus einer Limousine schnell ein Kombi, oder der BMW 3.0 CSI verwandelte sich von der Straßenversion in einen authentischen Rennwagen mit Spoiler.“

Auch Plastikbausätze von Italeri, Tamiya und Co faszinierten den jungen Fan. Der Handwerker feilte an seinen Fähigkeiten: „1985 entstanden meine ersten Silikonformen, nachdem ich Könner wie Carlo Brianza oder Roberto Gilardoni kennenlernen durfte. Ich kopierte Alfa Romeo von Politoys mit dem Ziel, sie deutlich zu verbessern. Für mich war klar: Viele Sammler lieben die Automobile von Alfa Romeo. Mir ging es da nicht anders. So baute ich zunächst die guten Tron-Kits der Alfa Romeo AR Giulietta in stilechte Kombis um.“ Schon im Jahr 1997 entstand dann das erste eigene Modell. Das Vorbild dazu lieferte der Alfa Romeo 1900 Astral mit Karosserie von Boneschi. Sambatero zur Philosophie von Gulp Model: „Von jeder Version bauen wir nur 50 Stück. Das macht die 1:43- Modelle aus Resine zu kleinen Besonderheiten, Raritäten, die der Sammler zu schätzen weiß. Massenproduktion ist nicht mein Ding. Wir bauen Handarbeitsmodelle. Und unsere kommen aus Italien. Darauf bin ich auch etwas stolz.“ Der Chef legt dabei auch viel Wert auf gute Recherche für seine Projekte.

Der Alfa-Fan zu MODELL FAHRZEUG: „Je besser das Dossier ist, das du zusammenträgst, desto besser kann dein Modell werden. Dabei sind auch Kontakte zu Sammlern echter Autos wie Corrado Lopresto oder dem Alfa Blue Team in Mailand sehr wichtig, wenn wir entscheidende Daten für ein neues Projekt suchen. Ohne solch ein Netzwerk geht es nicht.“ Frei nach dieser Devise, die handwerkliche Traditionen pflegt, aber auch modernste Entwicklungstechniken benutzt, entstehen dann fantastische Modelle von atemberaubenden Alfa Romeo wie 1900 C Astral Spider Boneschi Trujillo, 6C 2500 Carrozzeria Riva Telaio Cabi Cattaneo von 1950 oder der 6C 1750 Sport Carrozzeria Aprile. Beim Finish haben diese Miniaturen eine handwerkliche Qualität erreicht, die Verkaufspreise für die 1:43er, die jenseits der Schallmauer von 200 Euro liegen, rechtfertigt. Nicht nur in Sachen Lackierung, auch bei der Präzision der Montage und der Verarbeitung von Chrom- und Fotoätzteilen leisten sich die Kreationen von Marco Sambatero kaum Schwächen und können nicht nur die Alfa-Freunde begeistern. Der Name kommt übrigens von der italienischen Zeichentrickserie „Super Gulp“, die Marco als Junge gerne sah.