Kleinserien-Insider: Der Schatztaucher aus Italien

ModellfahrzeugKleinserien-Insider: Der Schatztaucher aus Italien

Andreas A.Berse 

6.7.2021, Lesezeit: 3 Minuten

Viele Kleinserienlabel wollen einfach andere Modelle machen, die ihrem Geschmack entsprechen und genau deshalb eine unverwechselbare Ausstrahlung besitzen. Ilario Vecchiato und sein Label I. V. Modelfactory ist ein gutes Beispiel für diese Firmen, die den Modellautomarkt bunter, abwechslungsreicher machen und ganz spezielle Sammler inspirieren.

Vorkriegs-Alfa und Nachkriegs-Ferrari zeigen die Raffinesse von I. V. Modelfactory in den 1:43-Details
Vorkriegs-Alfa und Nachkriegs-Ferrari zeigen die Raffinesse von I. V. Modelfactory in den 1:43-Details
Foto: C. Hoffmann (3)
Vorkriegs-Alfa
Vorkriegs-Alfa
Foto: C. Hoffmann (3)
Mit klassischen Italienern kennt sich I. V. Modelfactory auch im Maßstab 1:43 gut aus
Mit klassischen Italienern kennt sich I. V. Modelfactory auch im Maßstab 1:43 gut aus
Foto: C. Hoffmann (3)
Vorkriegs-Alfa und Nachkriegs-Ferrari zeigen die Raffinesse von I. V. Modelfactory in den 1:43-Details
Vorkriegs-Alfa und Nachkriegs-Ferrari zeigen die Raffinesse von I. V. Modelfactory in den 1:43-Details
Foto: C. Hoffmann (3)
Vorkriegs-Alfa
Vorkriegs-Alfa
Foto: C. Hoffmann (3)
Vorkriegs-Alfa
Mit klassischen Italienern kennt sich I. V. Modelfactory auch im Maßstab 1:43 gut aus
Vorkriegs-Alfa und Nachkriegs-Ferrari zeigen die Raffinesse von I. V. Modelfactory in den 1:43-Details

Manche Labels im Modellautomarkt sind wie Perlentaucher in der Branche unterwegs. Sie dringen ganz tief in ihre ureigenste Materie ein und fördern dann dank maßgeschneiderter Fähigkeiten Modellautos an die Oberfläche, die für uns große Kinder so verführerisch wie die geheimnisvollsten Schätze schimmern. Genau diese Verkleinerungen bedeuten für nicht wenige Enthusiasten unseres Hobbys das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Heute beschäftigen wir uns mit solch einem Perlentaucher. Er heißt Ilario Vecchiato, frönte 20 Jahre intensiv dem Thema Modellauto und gründete seine Firma im Jahre 1995. Und es kann kein Zufall sein, dass auch dieses Kleinserienlabel in Italien seine Heimat gefunden hat, in Maserà di Padova.

Knapp zehn Kilometer südlich vom Stadtkern Paduas gelegen, verfügt diese 10.000-Seelen-Gemeinde vor allem über eine ungewöhnlich hohe Dichte an kulinarisch verführerischen Restaurants. Und Feinschmecker unter den Modellautosammlern werden hier ebenfalls bestens fündig. Etwas anderes macht I. V. Modelfactory noch ungewöhnlicher. Auch wenn ihr Hauptaugenmerk auf der Baugröße 1:43 liegt, bieten die Norditaliener ebenso Verkleinerungen in 1:87 und 1:24 an. Es kommt noch besser: In allen drei Maßstäben können die Kunden der Marke wählen, ob sie ihren Traumwagen in Eigenregie zusammensetzen möchten oder auf ein ab Werk handwerklich sehr sauber montiertes Kleinod zurückgreifen wollen. Wir haben uns für diesen Kleinserien-Insider auf 1:43 konzentriert und drei Fertigmodelle ausgewählt, die je um die 200 Euro kosten. An den Start geht zunächst einmal der rassig geformte und in knalligem Rot lackierte Ferrari 166 Mille Miglia Panoramica Zagato von 1949, der vor allem wegen der unverwechselbar rund gezogenen Dachlinie ein echter Hingucker ist.

Solch stark gebogenen Fensterrahmen mittels Fotoätztechnik passgenau in 1:43 umzusetzen, ist für I. V. Modelfactory offenbar eine leichte Übung, an der einige Konkurrenten aber schmählich scheitern. Ebenfalls ins Auge springen die glänzende Lackierung und die filigranen Speichenräder dieses Resine-1:43ers. Aus demselben Vorbildbaujahr stammt auch unser nächster Kandidat: der Maserati A6 Berlinetta Panoramica Zagato. Stromlinie und Zagato sind also zwei der Lieblingsthemen dieses Labels. Bei dem schwarzen Zweitürer stechen die Verarbeitung der Fotoätzteile und die Lackierung sowie das handwerklich virtuose Finish gleichfalls ins Auge. Dass I. V. Modelfactory auch Vorkrieg kann, beweist der ebenfalls schwarze und sehr puristische Alfa Romeo 2900B 8C Zagato, wie er auf dem Autosalon von Mailand anno 1937 zu sehen war. Er bewegte sich auf Augenhöhe mit Mercedes SSK und Co. Auffällig am Mini-Alfa ist die ungewöhnliche Windschutzscheibe und das spartanisch geformte Cockpit – eine echte Perle eben.