Nackt ab Werk: ’38 Delahaye 135 MS von Evrat in 1:43Foto: Werk

ModellfahrzeugNackt ab Werk: ’38 Delahaye 135 MS von Evrat in 1:43

 

10.6.2021, Lesezeit: 2 Minuten

Bei Delahaye gab es keine Werkskarosserien, aber trotzdem wunderschöne Autos, wie ein 1:43-Modell von Evrat beweist.

Emile Delahaye baute anfangs Maschinen zur Backsteinproduktion und Eisenbahnwaggons, ab 1896 aber auch Automobile. Der junge Ingenieur Jean François machte den Anbieter in den Dreißigern zu einem der innovativsten Automobilproduzenten der Welt. Der 1938 vorgestellte 135 MS – die Buchstaben standen für „Modifé Speciale“ – hatte einen 3,6 Liter großen Sechszylinder-Reihenmotor mit drei Solex-Vergasern, wie er auch im Grand-Prix-Wagen der Franzosen zum Einsatz kam. Werkskarosserien gab es bei Delahaye nicht. Chapron, De Villars, Letourneur et Marchand und Figoni & Falaschi zeichneten vielmehr für die Aufbauten der Luxuswagen verantwortlich. Letztgenannte Karosserieschmiede aus Boulogne-sur-Seine schuf auch das atemberaubende, beigefarbene Coupé für den Automobilsalon in Paris 1938, das Evrat jetzt als Resinemodell in 1:43 auf den Markt bringt.

Man beachte nur die Farben der Trikolore im verchromten Grill des Zweitürers mit gewagtem Hüftschwung und den harmonischen Radien in den Kotflügeln. Das Interieur trägt dunkles Rot. Das Original kam 2015 auf Amelia Island in Florida für 990.000 Dollar (rund 870.000 Euro) unter den Hammer. Da ist die Verkleinerung mit 159,95 Euro wesentlich wohlfeiler zu haben. Es gibt auch eine weitere Version in Schwarz. Die handwerklich saubere Verarbeitung steht außerdem in der Tradition der Karosseriebauer aus der Zeit des Originals und bemüht sich um Makellosigkeit in jedem Detail. Die Speichenräder hat Evrat haarfein nachempfunden, die Chromteile ebenso verschwenderisch wie originalgetreu platziert, Lack und Montage verdienen Lob. Sogar dem dunkelroten Luxusinterieur kommt der Resinespezialist sehr genau auf die Spur. Exakt deshalb ist der Verkaufspreis fair.